Osterholzer Friedhof; Bremen

Die Stadt Bremen ließ zwischen 1910 und 1925 nach Riensberg und Walle den dritten großen Städtischen Gemeindefriedhof in der Feldmark Osterholz nach Entwurf der Berliner Architekten Franz Seeck und Paul Freye anlegen. Stilistisch bedeutete diese neue Friedhofsanlage bei Behandlung der Grünflächen die Abkehr von landschaftlichen Prinzipien und ist ein Musterbeispiel für einen in überschaubare Quartiere gegliederten großstädtischen Friedhof. Die aufgrund des hohen Grundwasserspiegels im Marschland der Wesermündung schwierige Entwurfsaufgabe wurde ausgezeichnet gelöst: Die Gräberfelder liegen erhöht, treten dadurch kaum in Erscheinung und geben dem Gelände im Zusammenspiel mit der vielfältigen Inszenierung der Wasserflächen eher das Gepräge eines Parkes, jedoch ohne die Feierlichkeit und den Ernst des Ortes zu verletzen.
Der Entwurf des Gartenarchitekten Paul Freye erschließt das Gelände durch eine große, im Zentrum mit der Grabkapelle einmal gebrochene Achse. Die gesamte Anlage ist nach städtebaulichen Prinzipien - klare Trennung zwischen Haupt- und Nebenwegen - angelegt. Die Hauptkapelle inmitten eines Bassins ist der beherrschende Mittelpunkt der Anlage. Dort kreuzen sich der große Mittelweg mit vierreihiger (doppelter) Lindenallee (ungarische Silberlinden) und die mit Pyramideneichen bepflanzte einfache Querallee. Zur Entwässerung werden die Wege möglichst eben geführt, Gräben beiderseits der Hauptallee geführt und ein den gesamten Friedhof umgebender Grenzgraben durch Querkanäle mit ihnen verbunden. So ist die Gesamtanlage systematisch in mehrere durch Gräben und Hecken abgeschlossene Friedhöfe kleineren Umfangs gegliedert. Die Gräberfelder sind kaum präsent, weil sie durch ihre Höhenlage vor dem Einblick verborgen werden. Zusätzlich beleben die Spiegel der Wasserflächen mit ihren Krümmungen und Überbrückungen das Landschaftsbild und steigern die Wirkung der Bauten.
Seit 1945 bewahrt der Friedhof Osterholz eine größere Anzahl künstlerisch und geschichtlich bedeutender Grabmale aufgelassener Kirch- und Friedhöfe. Die Aufstellung konzentriert sich an der Kapelle sowie den Nebeneingängen Ludwig-Roselius-Allee und Steimetzenweg.

Urheber*in: Franz Seeck; Paul Freye; Bremische Staatsbauverwaltung; Stadt Bremen (Herstellung) / Rechtewahrnehmung: Landesamt für Denkmalpflege Bremen

Urheberrechtsschutz

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Standort
Osterholzer Heerstraße 32 & 34 / Steinmetzenweg / Ludwig-Roselius-Allee, Bremen

Klassifikation
Gesamtanlage

Ereignis
Herstellung
(wer)
Entwurf: Seeck, Franz (Architekt)
Entwurf: Freye, Paul (Gartenarchitekt)
Ausführung: Bremische Staatsbauverwaltung
Bauherr: Stadt Bremen
(wann)
1910-1925

Letzte Aktualisierung
23.04.2026, 14:42 MESZ

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Objekttyp

  • Friedhof

Beteiligte

  • Entwurf: Seeck, Franz (Architekt)
  • Entwurf: Freye, Paul (Gartenarchitekt)
  • Ausführung: Bremische Staatsbauverwaltung
  • Bauherr: Stadt Bremen

Entstanden

  • 1910-1925

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