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SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, P 515 (Benutzungsort: Merseburg)
Kontext:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 08. Parteien, Organisationen, Vereine und Verbände >> 08.01. Parteien >> 08.01.06. Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) >> 08.01.06.01. Landesleitung
Bestandslaufzeit:
1945 - 1952
Bestandsbeschreibung:
Hinweis:
Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Findhilfsmittel:
Findbuch (online recherchierbar)
Registraturbildner:
Mit dem Gründungsparteitag am 7. April 1946 wurde der Fusionsprozess von KPD und SPD zur SED auch in der Provinz Sachsen formal abgeschlossen. Als Parteiprogramm dienten die vom zentralen Vereinigungsparteitag am 21./22. Apr. 1946 in Berlin angenommenen "Grundsätze und Ziele", das Statut legte die organisatorischen Regeln für Struktur und Tätigkeit der Partei fest. Nach dem Parteistatut gliederte sich die Partei in der Provinz in einen Landesverband und 39 Kreisverbände. Entsprechend der Verwaltungsstruktur des ehemaligen preußischen Territoriums und den organisatorischen Traditionen von KPD und SPD erfolgte zusätzlich die Bildung von drei Verbänden auf Bezirksebene, die jedoch - analog zu den Bezirksverwaltungen - bald wieder aufgelöst wurden. Orts-, Wohnbezirks- und Betriebsgruppen bildeten die Grundeinheiten. Waren die Orts- und Betriebsgruppen anfangs gleichberechtigt, so verschob sich der Schwerpunkt zunehmend auf den Aufbau der Betriebsparteiorganisationen. Die Betriebsgruppen der Leuna-Werke und der Buna-Werke erhielten auf Grund ihrer zahlenmäßigen Stärke und der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Werke den Status von dem Landesvorstand direkt unterstellten Kreisparteiorganisationen.
Als Parteivorsitzende des SED-Provinzialverbandes wurden - entsprechend dem vereinbarten Prinzip der paritätischen Besetzung leitender Funktionen in der SED - Bernard Koenen (KPD) und Bruno Böttge (SPD) gewählt. Dieses Prinzip wurde jedoch in den Folgejahren schrittweise aufgegeben und mit der Entwicklung der SED zur "Partei neuen Typs" 1948/49 auch formal aufgehoben.
Die SED-Parteiorganisation wurde formal vom Provinzialvorstand geführt, der in Halle seinen Sitz hatte und alle vier bis sechs Wochen tagte. Die faktische Führungskompetenz lag allerdings beim hauptamtlich besetzten Sekretariat, welches sich aus den beiden Vorsitzenden sowie den Leitern der 13 Fachabteilungen des Vorstandes zusammensetzte und wöchentliche Sitzungen durchführte. Gewählt wurde der Parteivorstand durch die Landesdelegiertenkonferenzen, auf denen auch die Delegierten für die zentralen SED-Parteitage gewählt wurden. Landesparteitage fanden nicht mehr statt. Mit dem vom III. Parteitag der SED im Juli 1950 verabschiedeten neuen Statut erfolgte die Umbenennung von Landesvorstand in Landesleitung.
Ab 16. April 1946 erschien die Zeitung "Freiheit" als Organ der SED der Provinz Sachsen. Mit dem 1. Aug. 1947 wurde für den nördlichen Teil Sachsen-Anhalts die "Volksstimme" herausgegeben.
Auf der Grundlage des "Gesetzes über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der weiteren Arbeitsweise der staatlichen Organe" erfolgte im Juli 1952 die Auflösung des Landes Sachsen-Anhalt und die Bildung der Bezirke Halle und Magdeburg. Dem entsprechend endete die Tätigkeit der SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt und die entsprechenden Bezirksparteiorganisationen wurden gebildet.
Vorsitzende des SED-Provinzialvorstandes bzw. 1. Sekretäre der SED-Landesleitung 1946-1952: Bruno Böttge (1946-1948); Bernard Koenen (1946-1952); Werner Bruschke (1948-1949).
2. Sekretäre: Otto Gehre (1949-1952); Alois Pisnik (1952).
Bestandsinformationen:
1963/64 erfolgte die Übernahme der Überlieferung des Provinzial- bzw. Landesvorstandes und der Landesleitung der SED in das neu gegründete Bezirksparteiarchiv Halle. Sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Dachboden und im Keller des Hauses der SED-Bezirksleitung Halle gelagert. Die überwiegend in Bündeln und Stehordnern zusammengefassten Unterlagen wurden erst von den Archivmitarbeitern zu Akteneinheiten formiert und einfach verzeichnet. Der gesamte Bestand wurde in die Wertkategorie I eingestuft, so dass sich Kassationen hauptsächlich auf Mehrfachüberlieferungen beschränkten.
Im Bezirksparteiarchiv der SED erfolgte bis 1968 unter Verwendung der bereits vorhandenen Kartei die Ordnung und erweiterte Verzeichnung des Bestandes. Zu den Sekretariatssitzungsprotokollen, die einen Überlieferungsschwerpunkt bilden, wurde eine Stichwortkartei erarbeitet. 1973 konnte der Bestand um die Akten der Landesparteikontrollkommission ergänzt werden, nach 1990 kamen noch Unterlagen der Landesparteischule Wettin aus den Jahren 1945 bis 1949 hinzu. Im Jahr 2007 wurde der Bestand P 515 mit dem 43 Akten umfassenden Bestand Rep. 11 SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt aus dem ehemaligen SED-Bezirksparteiarchiv Magdeburg zusammengeführt. Diese Unterlagen betreffen Parteiüberprüfungen und Parteiausschlussverfahren.
Auf der Grundlage des am 28. Dezember 1992 zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und dem Landesvorstand der PDS Sachsen-Anhalt geschlossenen Einbringungsvertrages wurden die Bestände des ehemaligen SED-Bezirksparteiarchivs Halle im Jahr 1993 in das Landesarchiv Merseburg übernommen.
Zusatzinformationen:
Der Text der im SED-Bezirksparteiarchiv Halle erarbeiteten Findkartei wurde im Wesentlichen unverändert übernommen Es erfolgte lediglich die Korrektur offensichtlicher Fehler, die Vereinheitlichung der Schreibweise und die Auflösung von Abkürzungen. Die für die Sekretariatssitzungsprotokolle vorliegende sachthematische Kartei, in der die wesentlichen Tagesordnungspunkte der Beratungen erfasst sind, wurde in Form von Enthält-Vermerken zu den einzelnen Aktenbänden übernommen.
Umfang:
Laufmeter: 16.24
Letzte Aktualisierung: 17.04.2018, 20:22 Uhr
URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/6LLO7GVZY5MWNF6K4EIUNOGYZGEPSGKU