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Leuna-Werke (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, I 525 (Benutzungsort: Merseburg)
Kontext:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 07. Wirtschaft (mit Bergbehörden bis 1990 und Bankwesen) >> 07.03. Chemische Industrie
Bestandslaufzeit:
1916 - 1990
Bestandsbeschreibung:
Findhilfsmittel:
Findkartei, Abgabelisten
Registraturbildner:
Ab Mai 1916 erfolgte in der Nähe des Dorfes Leuna der Bau des Ammoniakwerkes Merseburg, ein Tochterunternehmen der Badischen Anilin- und Sodafabrik (BASF), besser bekannt als Leuna-Werke. Grundlage hierfür bildete der im April 1916 zwischen der BASF und dem Deutschen Reich abgeschlossenen Vertrag über den Bau der neuen Ammoniaksyntheseanlage in Mitteldeutschland zur Gewinnung von synthetischem Ammoniak. Anlass für den Bau war der gestiegene Munitionsverbrauch im Krieg und die schwierige Lage der Stickstoffversorgung Deutschlands. Das Ammoniak bildete die Grundlage für die Salpeterherstellung und damit für Sprengstoff. Ab Januar 1921 fusionierten die Werke der BASF Leuna und Oppau bis 1925 zur Ammoniakwerk Merseburg-Oppau GmbH. Nach dem 1. Weltkrieg entwickelte sich Leuna zu einer Technologiehochburg durch den großtechni-schen Ausbau chemischer Synthesen unter hohem Druck. Bei der Gründung der IG Farben-industrie, 1925, wurde das Ammoniakwerk offiziell nicht mit fusioniert, gehörte aber auf Grund seiner Bindung zur BASF zum Konzern. Während des 2. Weltkrieges entwickelte sich das Leuna-Werk zum größten Treibstoff- und Schmiermittellieferant der Wehrmacht. Im Krieg schwer zerstört, kam das Werk nach der Besetzung durch amerikanische und russische Truppen und der Zerschlagung der IG Farben, 1946 in Form einer Aktiengesellschaft in sowjetischen Besitz. Im Januar 1954 erfolgte die Übergabe Leunas in Volkseigentum. Als VEB Leuna-Werke, der im Jahre 1951 den Namenszusatz „Walter Ulbricht“ erhalten hatte, entwickelte sich das Werk zum größten Chemiebetrieb in der DDR mit ca. 30 000 Beschäftigten. Es wurden rund 700 Produkte erzeugt, die in etwa 40 Ländern ihren Absatz fanden. Ein Strukturwandel setzte im Jahre 1951 durch den Einsatz von Erdöl ein. Im Jahre 1959 begann der Aufbau von Werkteil II, der auf dem Beschluss beruhte, einen petrolchemischen Komplex in Leuna zu errichten. Durch die politische Wende Ende 1989 und der Einstieg in die Marktwirtschaft wurde der volkseigene Betrieb im Juli 1990 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Eine weitere Umwandlung erfolgte am 12. Jan.1994 zur Leuna-Werke GmbH, die am 1. Jan. 2000 als Leuna-Werke GmbH i. L. ihren Abschluss fand.
Bestandsinformationen:
Bestandsinformation: Im Jahre 1996 wurden die Unterlagen des werkseigenen Archivs der Leuna-Werke auf der Grundlage des Archivgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt und im Rahmen eines Einbringungsvertrages zwischen dem damaligen Landesarchiv Merseburg und der Leuna-Werke GmbH an das Landesarchiv übergeben. Auf Grund dieser Vereinbarungen erstreckt sich die Überlieferung der Akten vom Bau des Werkes 1916 bis Mitte der 1990er Jahre. Eine Bestandstrennung zwischen den Registraturbildnern Ammoniakwerk Merseburg GmbH und VEB Leuna-Werke ist nicht vorhanden. Die Bearbeitung der Akten erfolgte im Werksarchiv. Überwiegend liegen Abgabelisten vor, teilweise Findkarteien bei verzeichneten Teilbeständen.
Der Bestand enthält auch Sammlungen Fotos, Filme, Tonbänder, Alben, Zeitungen, Druckschriften und Sachzeugen.
Bestandsinhalt: Gründstückserwerb.- Einsatz von Fremd- und Zwangsarbeitern.- Kriegsschäden.- Demontage.- Vorlagen und Protokolle von Leitungssitzungen.- Geschäfts- und Jahresberichte.- Recht.- Betriebsbeschreibungen.- Statistiken, Analysen und Kennziffern.- Bilanzen.- Struktur- und Organisationspläne.- Sozialistischer Wettbewerb.- Perspektivplanung.- Finanzen.- Rechnungsführung.- Internationale Zusammenarbeit.- Investitionen.- Messetätigkeit.- Beschaffung und Absatz.- Kultur- und Sozialarbeit.- Wohnungsbau.- Technik.- Bauunterlagen.- Forschung und Entwicklung.- Arbeits-, Gesundheits- und Brandschutz.- Produktion Stickstoffprodukte, Erdöl/Olefine, Methanol/Paraffine, Synthesegas, Caprolactam und Plaste.- Energieversorgung.- Ausbildung.- Konsumgüter.
Zusatzinformationen:
Literatur: K.-H. Streller, E. Maßalsky: Geschichte des VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ 1916 bis 1945, Hrsg.: Kreisleitung der SED des VEB Leuna-Werke, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1989.- K.-H. Streller, E. Maßalsky: Geschichte des VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ 1945 bis 1981, Hrsg.: Kreisleitung der SED des VEB Leuna-Werke, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1986.- G. Plumpe: Die IG Farbenindustrie AG, Verlag Duncker und Humblot, Berlin 1990.- Leuna. Metamorphosen eines Chemiewerkes, Hrsg.: Leuna-Werke GmbH im Auftrag der Bundesanstalt für ver-einigungsbedingte Sonderaufgaben, Verlag Janos Stekovicz, Dößel 1997.- Leuna. Kraft aus Kohle und Öl. 70 Jahre Kraftstoffe aus den Leuna-Werken, Hrsg.: Leuna-Raffinerie-Gesellschaft, Verlag Janos Stekovicz, Dößl 1997.- J. Lehmann, M. Schatz: Leuna. Leben zwischen Werk und Gartenstadt 1916-1945, Hrsg.: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, 2004.- J. Lehmann, M. Schatz: Leuna. Zwischen Wiederaufbau und Wendezeit 1945-1990, Hrsg.: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt., 2006.
In der BStU, AST. Halle, ist der Bestand Objektdienststelle Leuna, MfS-Bezirksverwaltung Halle überliefert. Er umfasst 17 laufende Meter Akten und hat eine Laufzeit von 1953 bis 1990 (http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/BStU_MfS_BV-Halle_OD-Leuna/index.htm).
Umfang:
Laufmeter: 848
Letzte Aktualisierung: 23.06.2017, 10:19 Uhr

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URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/67KABIZANT2JNHZFZIBJLY5J43RRFA2V