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Ritter vor der Köhlerhütte

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Der »Ritter vor der Köhlerhütte« entstand in enger Anlehnung an Friedrich de la Motte Fouqués 1812 erschienenen Ritterroman »Der Zauberring«. Fouqué, der einer französischen Hugenottenfamilie entstammte, war zu Lebzeiten ein berühmter Schriftsteller und Dramatiker der deutschen Romantik. Sein heute nahezu unbekannter Roman war einer der größten Bucherfolge seiner Zeit. Er spielt zur Zeit des Dritten Kreuzzuges. Ein Zauberring ist Anlaß für mannigfache ritterliche Kämpfe und Abenteuer. Christentum und Heidentum treffen aufeinander; dabei siegt der christliche Glaube über Zauberunwesen, triumphieren Ritterehre und Rittertugend über alle Schwächen der Menschen. Hauptpersonen sind Otto von Trautwangen und seine Base Bertha von Lichtenried, die mit ihm auf der väterlichen Burg aufwächst. Die liebende Zuneigung der beiden wird hart auf die Probe gestellt, als Trautwangen in die Ferne zieht, um den Zauberring von dem Ritter Montfaucon zu erstreiten.
Fohr hat in seinem Gemälde eine Episode aus dem zwölften Kapitel des Romans dargestellt. Otto von Trautwangen glaubt, durch einen Zaubertrank seine Ehre eingebüßt zu haben. Er begibt sich in die Einsamkeit, aus der ihn der Ritter Arinbjörn zu neuen Kämpfen gegen die Heiden zurückholt. Im hohen Norden findet Otto seine Mutter Hildiridur, mit der er wieder in die Heimat aufbricht. Fohr schildert die Szene, in der Trautwangen und seine Mutter, begleitet von Arinbjörn und Heerdegen von Lichtenried, nachts in einer Köhlerhütte Schutz suchen: »die Nacht war schon hereingebrochen, und stach mit ihrem tiefblauen Dunkel seltsam gegen die weißen Schneegipfel und die überreifen Forsten ab. Hell stand der Vollmond am Himmel, aber es strichen schwarze Wolken, wie mit Rabenfittichen, im eiligen Zuge darüber hin« (F. de la Motte Fouqué, Der Zauberring, Nürnberg 1812, 3. Teil, 12. Kapitel, S. 72).
Nahe am Text des Romans hat Fohr die Szene als malerisches Nachtstück gegeben. Vom Mondlicht umflossen, funkeln geheimnisvoll silbrige und goldene Reflexe auf den Rüstungen der Ritter. Die zarte Lichtführung verbindet sich mit dem Rhythmus der zerklüfteten Waldlandschaft zu einer Stimmung von Einsamkeit und Stille. Die Gestalt des Ritters mit der goldenen Rüstung geht wohl auf Albrecht Altdorfers Gemälde »Drachenkampf des heiligen Georg« zurück (1510, Alte Pinakothek, München). Dieses Bild gelangte 1816 – im Entstehungsjahr des Fohrschen Gemäldes – in die Kunstsammlung der Brüder Boisserée, wo der Künstler es gesehen haben wird.
Ludwig Justi erwarb das Gemälde 1931 für die Nationalgalerie. »Form, Lichtgang und Naturgefühl«, schrieb er, »kommen Caspar Friedrichs Meisterwerken nahe. Seltsam fein stehen in der dunklen Umgebung die zarten Farbflächen der mondbeglänzten Reiter und Pferde, erhöht durch einzelne kräftigere Teile und schimmerndes Gold« (L. Justi, Von Runge bis Thoma, Berlin 1932, S. 60). | Birgit Verwiebe
Material/Technik:
Öl auf Leinwand
Maße:
Höhe x Breite: 54 x 66 cm
Rahmenmaß: 72 x 84 x 10 cm
Ereignis:
Herstellung
(wann):
1816
Ereignis:
Herstellung
Klassifikation:
Tafelmalerei; Malerei/Gemälde (Systematik / Objekttyp)
Standort:
Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Inventarnummer:
A II 742
Rechteinformation:
Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Letzte Aktualisierung: 28.06.2019, 13:43 Uhr

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