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Nachlass Fürst Carl (*1829, +1907) (Bestand)

Bestandssignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, La 139
Kontext:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Langenburg >> Nachlässe
Bestandslaufzeit:
(1825) 1838-1890
Bestandsbeschreibung:
1. Zur Biografie von Fürst Carl zu Hohenlohe-Langenburg:
Fürst Carl Ludwig Wilhelm Leopold zu Hohenlohe-Langenburg wurde am 25. Oktober 1829 als erstes Kind von Fürstin Feodora, geborene Prinzessin zu Leiningen, und Fürst Ernst I. zu Hohenlohe-Langenburg in Langenburg geboren. Dort verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend, während der er seine schulische Grundausbildung durch Privatlehrer erhielt. In den 40er Jahren wurde der Erbprinz von seinem Vater des öfteren auf Reisen geschickt, wohl um seinen Bildungshorizont zu erweitern. Einen längeren Aufenthalt zu Erziehungszwecken verbrachte er, begleitet von seinen beiden Brüdern Hermann und Viktor, am sächsischen Hof in Dresden von 1847 bis 1848.Fürst Ernst erwirkte für seinen Sohn 1848 vom württembergischen König die Ernennung zum Lieutnant á la suite der württembergischen Reiterei, doch folgte darauf zunächst keine Militärlaufbahn, sondern von 1848 bis 1849 der Besuch des Gymnasiums in Gotha. Daran schloss sich 1850 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin an, das Carl jedoch bereits nach 3 Semestern ohne Abschluss beendete. Im Gegensatz zu Hermann zeigte der Erbprinz wenig Neigung, nun eine militärische Ausbildung anzustreben, für die er zudem aufgrund seines labilen Gesundheitszustandes wenig geeignet erschien. Statt dessen holte ihn sein Vater wieder zu sich nach Langenburg, um ihn auf seine kommende Rolle als Standesherr vorzubereiten und in die Verwaltung des Stammbesitzes einzuführen. Wohl in diesem Zusammenhang hielt sich Carl bisweilen am Königshof in Stuttgart auf.In der Mitte der 50er Jahre trat der Erbprinz schließlich doch in die Armee ein, und zwar unter der Aufsicht seines Onkels Gustav zu Hohenlohe-Langenburg bei der österreichischen Infanterie. Spätestens ab 1858 befand er sich wieder in Württemberg, als er seine Ernennung zum Major á la suite der Reiterei erhielt. Seit 1855 gehörte er darüber hinaus als Ehrenritter dem Johanniterorden an. Als Hauptwohnsitz neben Langenburg diente ihm offenbar schon in den späten 50er Jahren Schloss Weikersheim.Carl beteiligte sich in Form von Denkschriften und Korrespondenz an den standespolitischen Debatten der Zeit, wobei sein besonderes Augenmerk auf die Hebung der Bedeutung des Gesamthauses Hohenlohe gerichtet war. Daneben setzte er sich mit Fragen der Jagd sowie der Land- und Forstwirtschaft auseinander und zeigte auch technische und historische Interessen. Außerordentlich wichtig war ihm die Entwicklung der regionalen Infrastruktur in der Umgebung von Weikersheim und in ganz Hohenlohe, daher engagierte er sich stark für die Anbindung der hohenlohischen Städte und Gemeinden an das neu zu schaffende Eisenbahnnetz.Nach dem Tod des Fürsten Ernst 1860 hätte die Nachfolge im Besitz der Stammgüter eigentlich Carl zugestanden, doch rückte sie wegen seiner unstandesgemäßen Heiratsabsichten außer Reichweite. Noch in demselben Jahr verzichtete er zugunsten seines Bruders Hermann auf das Erbe, wobei er den Fürstentitel und die Hälfte der oberen Grafschaft Gleichen (in Thüringen) behielt, und heiratete 1861 in Paris die Metzgerstochter Marie Grathwohl (1837-1901) aus Weikersheim. Wegen der Eheschließung, des Erbfolgevertrags und des Wohnungsrechts von Carl auf Schloss Weikersheim kam es in den folgenden Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern. Fürst Carl führte mit seiner Gattin und den Kindern Carl, Viktoria und Beatrix nach dem Erbverzicht zunächst in Weikersheim, ab 1877 in Salzburg ein zurückgezogenes Leben. Um seiner Familie ein Auskommen zu ermöglichen, das seinem eigenen Stand wenigstens nahe kam, erreichte er schon 1862 - kurz vor der Geburt des ersten Kindes - die Erhebung Maries in den württembergischen Adel als Frau "von Bronn". Dieser Titel galt auch für ihre Nachkommen, ebenso wie die 1890 erfolgte Ernennung zur "Freifrau von Bronn". Auch Carl selbst nannte sich bisweilen "Herr von Bronn". Eine weitere Standeserhöhung für diesen hohenlohischen Seitenzweig erreichte sein Sohn Carl 1911, indem er und seine erstgeborenen männlichen Nachkommen als "Fürsten von Weikersheim" in den österreichischen Fürstenstand aufgenommen wurden und seine übrigen Abkömmlinge das Recht erhielten, in Zukunft den Titel "Grafen von Weikersheim" zu führen.Fürst Carl zu Hohenlohe-Langenburg starb am 16. Mai 1907 in Salzburg, wo er auf dem Kommunalfriedhof beigesetzt wurde.Materialien:HZAN La 95, Domänenkanzlei Langenburg, Kasten II, Fach 44, Fasz. 118HZAN La 137, Nachlass Fürst Ernst I. zu Hohenlohe-Langenburg, Bü 4, 6, 10, 11, 38, 149 u. 198HZAN La 140, Nachlass Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg, Bü 23, 45-48HZAN We 90, Rentamt Weikersheim, Bü 11

2. Zum Nachlass und seine Bearbeitung:
Der Nachlass des Fürsten Carl besteht zu einem großen Teil aus Sachakten, die sich unter anderem auf familiäre sowie standes- und wirtschaftspolitische Themen beziehen, daneben aus vorwiegend auf den Kreis der Familie beschränkten Korrespondenzen und mehreren Haushaltungsbüchern von Carl und seiner Gattin Marie. Einige Faszikel wurden von Carl mit Beschriftungen im Sinne eines Aktentitels versehen. Weiterhin zählen zum Bestand zahlreiche Akten über die Privatvermögensverwaltung des Fürsten, die beim Rentamt bzw. bei der Hofverwaltung in Weikersheim entstanden sind.Durch den Nachlass wird lediglich die erste Hälfte von Carls Leben abgedeckt, während die Jahre ab etwa 1866 fast völlig ausgeblendet werden. Dies mag an der verringerten öffentlichen Bedeutung des Fürsten nach dessen Erbverzicht liegen, doch da auch jegliche private Unterlagen fehlen, ist eher damit zu rechnen, dass die späteren Teile von Carls Hinterlassenschaft bei dessen Erben verblieben sind. Die in Langenburg verwahrten Unterlagen wurden wohl im Laufe der 1960er und 70er Jahre an das Hohenlohe-Zentralarchiv abgegeben und dort grob sortiert. In den frühen 80er Jahren erfuhr der Bestand eine Ergänzung durch vereinzelte Faszikel, die sich bei der Verlagerung von Archivgut aus Weikersheim nach Neuenstein fanden.Der Bestand La 139 Nachlass Fürst Carl wurde im März 2005 von Archivassessor Thomas Kreutzer im Rahmen eines durch die Kulturstiftung Baden-Württemberg geförderten Projekts geordnet und verzeichnet. Er umfasst 1 lfd.m. Akten und Bücher in 67 Faszikeln bzw. Bänden mit einer Laufzeit von (1825) 1838-1872, 1890.Neuenstein, im April 2005Thomas Kreutzer
Umfang:
67 Bü (1 lfd. m)
Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs:
Letzte Aktualisierung: 26.04.2018, 20:01 Uhr
URL:
http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/5UZKCL2XN7JNHRYAJ6ITTDVWAPNVGXQF