14.01.2016

Wir sind die DDB: Die Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Die 1991 gegründete Europa-Universität Viadrina ist zu einem lebendigen, viel beachteten und anerkannten Mitglied im Kreis der deutschen und europäischen Hochschulen herangewachsen. Ihren Standort hat die Universität an der Oder, im Herzen Europas. Sie führt junge Menschen aus allen Teilen der Welt zusammen: Die stetig steigende Zahl der Studierenden zeigt, dass es ein großes Interesse und einen großen Bedarf an einer internationalen und interdisziplinären Ausbildung gibt, wie die Viadrina sie bietet. Auf diese Weise wollen wir zum einen Brücken bauen, die Fächer verbinden und zum anderen solche, die Westen, Osten, Norden und Süden verbinden und die Begegnung zwischen den Menschen fördern.

Die Universitätsbibliothek Frankfurt (Oder) hat zusammen mit der Bibliothek des Collegium Polonicum in Słubice ein binationales Bibliothekssystem aufgebaut. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche, grenzüberschreitende bibliothekarische Projekte mit weiteren externen Partnern (UB Wrocław, UB Poznań) durchgeführt, die nachhaltig weitergeführt werden. Nun sind über 450 Objekte der UB in der Deutschen Digitalen Bibliothek verfügbar.
 

Wir sind die DDB Viadrina Alte Drucke

Wir sind die DDB Viadrina Alte Drucke

Die von der UB für die Deutsche Digitale Bibliothek bereitgestellten Drucke haben zwei Quellen:

Alte Viadrina Drucke

Von der DFG unterstützt wurde die Digitalisierung alter Viadrina Drucke und Handschriften, die 1811 von Frankfurt (Oder) nach Wrocław (Breslau) über die Oder transportiert wurden. Grundsätzlich verfolgt die Bibliothek das Ziel, alle produzierten Digitalisate frei zugänglich und benutzerfreundlich über das Internet (Homepage der Europa-Universität Viadrina, Fachportale und über die Deutsche Digitale Bibliothek) zugänglich zu machen.

Grundlage für das Projekt war zunächst die Auswertung und elektronische Erfassung der weitgehend erhalten gebliebenen alten Kataloge der Viadrina-Bibliothek. Sie liegen teilweise in gedruckter Form, teilweise als handschriftliche Bandkataloge vor und wurden bis zum Zeitpunkt der Universitätsschließung fortlaufend ergänzt. Die Titeldaten entsprechen vorerst noch nicht den Standards einer modernen Katalogisierung. Vielmehr handelt es sich um Kurzangaben, die in der Regel lediglich aus Verfassername, Titel, Erscheinungsort und -jahr sowie der alten Signatur bestehen.

Mit der Aufnahme dieser Katalogangaben ist eine umfangreiche elektronische Datenbank entstanden, die den Bestand der Bibliothek um 1811 widerspiegelt. Ein zweiter Schritt bestand in der Erfassung der in Wrocław noch erhaltenen Buchbestände Frankfurter Herkunft. Da eine gezielte Suche nach der Herkunft der Bücher nicht möglich war, mussten im Magazin der Universitätsbibliothek Wrocław mehr als 85.000 Bände einzeln auf frühere Frankfurter Besitzzeichen (z. B. Stempel der Viadrina) durchgesehen werden. Die Suche ergab, dass noch ca. 5.000 Bände an Drucken vorhanden sind, d. h. knapp ein Fünftel des früheren Frankfurter Bestands sowie 178 Bände Handschriften.

Viadrina Schlesien Urkunden

"Sammlung einiger zur Erleuterung Schlesischer und anderer Historien, Geschlecht-Register und Rechts-Gelehrsamkeit dienender Brieflichen Urkunden und Nachrichten, Mit Beyfügung eines zweyfachen Registers" (1738), Biblioteka Uniwersytecka we Wrocławiu / Bibliothek der Europa-Universität Viadrina (CC BY-NC-ND 3.0)
"Sammlung einiger zur Erleuterung Schlesischer und anderer Historien, Geschlecht-Register und Rechts-Gelehrsamkeit dienender Brieflichen Urkunden und Nachrichten, Mit Beyfügung eines zweyfachen Registers" (1738), Biblioteka Uniwersytecka we Wrocławiu / Bibliothek der Europa-Universität Viadrina (CC BY-NC-ND 3.0)

Es wurde eine Liste der gefundenen Signaturen erstellt, die aber zunächst noch keine Angaben zu Verfasser oder Buchtitel enthielt. Damit diese Liste mit der Datenbank der alten Viadrina-Kataloge abgeglichen werden konnte, wurden in Wrocław zu allen gefundenen Signaturen die zugehörigen Zettel des Standortkatalogs eingescannt und nach Frankfurt geschickt. Diese enthalten neben der Signatur in der Regel eine verkleinerte Kopie der Titelseite mit den wichtigsten bibliographischen Informationen (Verfasser, Titel, Erscheinungsort und -jahr). Anhand dieser Titelbilder und der Signaturen konnten die einzelnen Bücher eindeutig identifiziert werden. Die Bilddateien wurden dann mit den jeweils zugehörigen Titeldaten der elektronischen Datenbank verknüpft, so dass nun bei einer Recherche in der Datenbank sofort die Abbildung der entsprechenden Titelseite und die heutige Signaturangabe aufgerufen werden kann.

In einem weiteren Planungsschritt des Projektes wurde eine Auswahl der erhaltenen Bücher komplett digitalisiert. Die Wahl fiel dabei auf zwei große Sonderbestände, in denen ausschließlich historische Bücher – insbesondere zur brandenburgischen, schlesischen und pommerschen Landesgeschichte – gesammelt wurden. Sie gehen zurück auf die Nachlässe der beiden Frankfurter Gelehrten Wolf Balthasar Adolf von Steinwehr und Johann Carl Conrad Oelrichs. Von diesen beiden Sondersammlungen sind knapp 1.500 Bände erhalten geblieben, von denen in einer ersten Phase 500 digitalisiert wurden. Durch die Auswahl der beiden Sammlungen wird insbesondere die historische Forschung profitieren, da es sich überwiegend um heute in Deutschland sehr seltene Werke des 18. Jahrhunderts handelt.

Die Bestände der Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) in der Deutschen Digitalen Bibliothek
 
Weiterführende Links:

Digitalisierung ausgewählter Drucke der Universitätsbibliothek der Alten Viadrina
https://www.ub.europa-uni.de/de/ueber_uns/projekte/abgeschl-projekte/virtuelle-viadrina/index.html

Digitalisate: http://viadru.ub.europa-uni.de

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