15.09.2016

Wir sind die DDB: Die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda

Die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (HLB Fulda) nimmt als zentrale Einrichtung der Hochschule Fulda ihre Aufgaben an zwei Standorten wahr:

Die Fachhochschulbibliothek entstand 1971 mit der Gründung des damaligen Bereichs Fulda der Fachhochschule Gießen. Sie übernahm u.a. die seit 1963 aufgebauten Büchersammlungen des später aufgelösten Pädagogischen Fachinstituts Fulda. Sie bietet als Hochschulbibliothek ihre Dienstleistungen vorrangig als Unterstützung für Lehre, Studium und Forschung der acht Fachbereiche an, und zwar in dem 2013 bezogenen Neubau.

Am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz erfüllt sie schwerpunktmäßig ihre landesbibliothekarischen Aufgaben, zu denen die Versorgung der Bewohner der Region Osthessen, traditionsgemäß auch mittelhessischer sowie seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze auch westthüringischer Gebiete, mit Literatur, gehört. Sie besitzt das Pflichtexemplarrecht für den Großkreis Fulda, d.h. alle Verleger, Selbstverleger und Drucker müssen der HLB Fulda ein Exemplar der bei ihnen erschienenen Werke kostenlos zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sind Bücher und Schriften über die Region Fulda weitgehend vollständig vorhanden. Die HLB Fulda ist Depotbibliothek für den Fuldaer Geschichtsverein und den Verein für Naturkunde in Osthessen, d.h. die beiden Vereine haben ihre Bestände zur Aufbewahrung und Nutzbarmachung übergeben.

In Kooperation mit der Stadt Fulda nimmt sie am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz Aufgaben einer Stadtbibliothek wahr. Im Jahre 2015 erhielt die HLB Fulda den Hessischen Bibliothekspreis, mit dem das integrative Konzept der erfolgreichen Verbindung der wissenschaftlichen Herausforderungen einer Hochschul- und Landesbibliothek mit den öffentlichen Aufgaben einer Stadtbibliothek gewürdigt wurde.


UB Fulda Soldateneid

"1. Infanterie-Regiment, genannt Kurfürst: Leitfaden für den theoretischen Unterricht der Mannschaft" (Hanau, 1855), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)
"1. Infanterie-Regiment, genannt Kurfürst: Leitfaden für den theoretischen Unterricht der Mannschaft" (Hanau, 1855), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)

Die Geschichte der ehemals selbständigen Hessischen Landesbibliothek Fulda reicht weiter zurück. Im Jahre 1776 gründete Fürstbischof Heinrich von Bibra eine Öffentliche Bibliothek in Fulda. Sie bestand aus Beständen, die großenteils nach dem Dreißigjährigen Krieg in der Konventsbibliothek, der Hofbibliothek, Teilen der 1773 aufgehobenen Jesuitenbibliothek und der Bibliothek des Päpstlichen Seminars in Fulda gesammelt worden waren. Zu dem Anfangsbestand kamen private Stiftungen, die reiche Sammlung der Pfarrkirche in Hammelburg und nach der Säkularisierung von 1802/03 weitere Kirchenbibliotheken aus dem Umland mit Handschriften und Drucken.

Von der einstmals berühmten Fuldaer Klosterbibliothek waren schon zum Zeitpunkt der Bibliotheksgründung kaum noch Bände vorhanden. Sie gingen zum größten Teil während des Dreißigjährigen Krieges verloren. Wichtigen Zugewinn erhielt die Bibliothek durch 1.560 Bände aus dem Kloster Weingarten am Bodensee: 1802 wurde der Erbstatthalter von Holland, Wilhelm V. von Nassau-Oranien-Dillenburg, für den Verlust seiner holländischen Herrschaft mit dem Fürstentum Fulda sowie Weingarten und Corvey entschädigt. Teile der Weingartner Bibliothek wurden nach Fulda überführt, darunter 146 Handschriften des 10. bis 13. Jahrhunderts. Sie gehören zusammen mit den bonifatianischen Codices und einem auf Pergament gedruckten Exemplar der Gutenberg-Bibel (Band 1) zu den Cimelien der HLB Fulda.
 
Ein Glücksfall für die Bibliothek war die Erwerbung der Schwank´schen Stiftung von 1886 mit 7.300 z. T. seltenen und alten Drucken, darunter vielen zur Geschichte Fuldas und 209 Handschriften.


UB Fulda Welfenchronik

"Weingartner Welfenchronik" letztes Viertel 12. Jh. (nach 1185), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)
"Weingartner Welfenchronik" letztes Viertel 12. Jh. (nach 1185), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)

Sie besitzt zudem die „Hutten-Sammlung“, bei der es sich wohl um den umfangreichsten Bibliotheksbestand in Deutschland an Werken von und über den Humanisten Ulrich von Hutten handelt. Zusammen mit einer beträchtlichen Anzahl von frühen Ausgaben der Werke Luthers und anderer Reformatoren stellen diese Drucke, Handschriften und Bildnisse einen nicht zu vernachlässigenden Fundus wichtiger geistesgeschichtlicher Quellen dar.
 
Die HLB Fulda verfügt am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz auf einen umfangreichen Altbestand und zahlreiche Sondersammlungen: Von rund 510.000 Medieneinheiten stammen 77.000 Bände aus der Zeit vor 1900. Darunter sind 431 Inkunabeln und fast 10.000 Bände des 16. und 17. Jahrhunderts. Hinzu kommen 836 Handschriften, ferner an die 250 Urkunden und über 7.500 Musikalien, Karten, Stiche…

Seit dem Jahre 2010 digitalisiert die HLB Fulda Teile ihres Altbestandes. Der Online-Zugriff erfolgt über ihre Digitalisierungsplattform FulDig. Bisher wurden mehr als 2.500 Bände digitalisiert.
 
Aktuell stellt die HLB Fulda knapp 26.000 Objekte in der Deutschen Digitalen Bibliothek zur Verfügung.


UB Fulda Regula S Benedicti

"Regula S. Benedicti", Fulda (2. Viertel 9. Jh.), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)
"Regula S. Benedicti", Fulda (2. Viertel 9. Jh.), Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (CC BY-NC-ND 4.0 International)

Zu den Beständen der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda in der Deutschen Digitalen Bibliothek

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