17.03.2015

Wir sind die DDB: Die Alfred Ehrhardt Stiftung

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Die Alfred Ehrhardt Stiftung widmet sich der wissenschaftlichen Erschließung des Werks von Alfred Ehrhardt, als Fotograf und Kulturfilmer ein herausragender Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Die Stiftung wurde im November 2002 vom Sohn des Künstlers, dem Münchener Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt, ins Leben gerufen, um den künstlerischen Nachlass seines Vaters, bestehend aus Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Negativen, Filmen und Dokumenten zu bewahren und ihn einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Neben ihrer Archivtätigkeit widmet sich die Stiftung zeitgenössischer Fotografie und Medienkunst. Der besondere dialogische Ansatz der Ausstellungstätigkeit liegt in der Gegenüberstellung von zeitgenössischen Positionen, die sich in Anlehnung an Ehrhardts Werkthemen mit dem Begriff der »Natur« und den »Konstruktionen des Natürlichen« auseinandersetzen, und historischer Fotografie und Filmkunst von Alfred Ehrhardt. Dieser Dialog wird in Form von Veranstaltungen und Gesprächen fortgeführt und durch begleitende Publikationen abgerundet.

Alfred Ehrhardt, Murex tenuispina L., Molukken, 1940/41, Abzug 1968, Gelatinesilberabzug, © bpk / Alfred Ehrhardt StiftungAlfred Ehrhardt, Murex tenuispina L., Molukken, 1940/41, Abzug 1968, Gelatinesilberabzug, © bpk / Alfred Ehrhardt Stiftung

ALFRED EHRHARDT (1901-1984) war Organist, Chorleiter, Komponist, Maler und Kunstpädagoge, bevor er Fotograf und Kulturfilmer wurde. Nach einem Aufenthalt am Dessauer Bauhaus 1928/29, wo er von Josef Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Lyonel Feininger geprägt wurde, leitete er an der Landeskunstschule Hamburg den ersten Vorkurs für Materialkunde außerhalb des Bauhauses. Erst nachdem er aufgrund seiner modernistischen Kunstauffassung durch die Nationalsozialisten 1933 vom Hochschuldienst entlassen wurde, wandte er sich der Fotografie und dem Film zu. Mit der Veröffentlichung von über 20 Fotobüchern zählt Alfred Ehrhardt zu den erfolgreichsten Fotografen unter den ehemaligen Bauhäuslern. Mit seinen »absolut künstlerischen Filmen« von »herausfordernder Modernität« zählt er zu den Altmeistern des Kultur- und Dokumentarfilms. Für seine über 50 Filme erhielt Alfred Ehrhardt zahlreiche nationale wie internationale Auszeichnungen, darunter vier Bundesfilmpreise. Alfred Ehrhardts Fotografien sind im weitesten Sinn Naturaufnahmen.

Er interessierte sich für die Bodenformationen im Watt und in der Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung, er bereiste Island, fotografierte Kristalle, Muscheln und Korallen und beschäftigte sich mit Mikrofotografie. Weitere Schwerpunkte bilden die Architektur und Skulpturenfotografie. Die kompositorische Präzision seiner Fotografien verrät seine künstlerische Ausbildung. Die Bauhaus-Vorkursstudien manifestieren sich als Auseinandersetzung mit Materialbeschaffenheit, Oberflächenstruktur, Ornamentik, Rhythmus, Dynamik, Kontrapunktik und Polyphonie. Mit der systematischen Reihung seiner abstrakten Landschaftsausschnitte, die den Eindruck einer unendlichen Formenvielfalt schaffen, versuchte er, die »absoluten Gesetze aller Erscheinungen« und die »überzeitlichen elementaren Urkräfte« der Natur darzustellen. Mit seinen Aufnahmen von Naturgegenständen wollte Alfred Ehrhardt zeigen, dass die Fülle der Naturformen nicht dem Chaos oder der gestaltlosen Verschwendung entspringt.

Alfred Ehrhardt, Tierähnliche Gebilde (Larven), 1933-1936, Gelatinesilberabzug, © bpk / Alfred Ehrhardt StiftungAlfred Ehrhardt, Tierähnliche Gebilde (Larven), 1933-1936, Gelatinesilberabzug, © bpk / Alfred Ehrhardt Stiftung

Mit Gründung der Alfred Ehrhardt Stiftung ist Alfred Ehrhardts künstlerisches Gesamtwerk per Satzung in die Stiftung eingebracht und somit der Öffentlichkeit übergeben worden. Seitdem wird der Nachlass inventarisch erfasst. Dabei handelt es sich um etwa 10.000 Fotografien (Silbergelatineabzüge), 1.000 Glasnegative, 5.000 Zelluloidnegative und 100 Glasdias. Neben dem Copyright für das künstlerische Oeuvre stehen auch sämtliche Manuskripte, Typoskripte, Notizhefte, Zeitschriften, Zeitungsauschnitte und Bücher aus Ehrhardts Bibliothek, für Forschungszwecke zur Verfügung. Dieses Material aus dem Nachlass kann in den Räumlichkeiten der Stiftung auf Nachfrage eingesehen werden. Die über 50 Dokumentar- und Kulturfilme werden vom Landesinstitut Hamburg und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden aufbewahrt. Die etwa 120 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken hingegen, die ebenfalls der Stiftung übertragen wurden, befinden sich weiterhin im Verwahrsam der Familie.

Über 4.000 Objekte des bereits digitalisierten fotografischen Nachlasses stellt die Alfred Ehrhardt Stiftung in Kooperation mit dem Archiv der Fotografen der Deutschen Fotothek Dresden der Deutschen Digitalen Bibliothek zur Verfügung, um sie für Wissenschaft und Forschung leichter zugänglich zu machen und um eine maximale Sichtbarkeit und Reichweite zu erzielen.

Alle Bestände der Alfred Ehrhardt Stiftung bei der Deutschen Digitalen Bibliothek

Alfred Ehrhardt Stiftung
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Tel (+49) 030 / 200953 – 33
Fax (+49) 030 / 200953 – 34
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