22.04.2016

Wir sind die DDB: Das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Berlin


FHXB Museum Logo skaliert

FHXB Museum Logo

Das FHXB Museum ist eines der zwölf Berliner Regionalmuseen. Es entstand im Jahr 2004 nach der Fusion der beiden Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg als Zusammenschluss des Kreuzberg Museums mit dem Heimatmuseum Friedrichshain. Beide Museen haben keine sehr lange Tradition. Erst 1978 hatte das Kunstamt Kreuzberg  – im Westteil der Stadt – damit begonnen, ein Heimatmuseum neuen Typs zu verwirklichen, in dem Alltagsgeschichte, das scheinbar banale Relikt, und der große historische Zusammenhang zusammen gehören: das Kreuzberg Museum für Stadtentwicklung und Sozialgeschichte. Das Heimatkabinett, als Vorläufer des Heimatmuseums Friedrichshain wurde 1987 – im Ostteil der Stadt – anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins gegründet.

Die Sammlung des FHXB Museums hat heute folgende Schwerpunkte: Fotos, Postkarten und anderes Bildmaterial, das die historische Stadtgestalt und das Leben in Friedrichshain und Kreuzberg dokumentiert. Dokumentenbestände und Nachlässe, die z.B. private Biografien und Firmengeschichten rekonstruierbar machen; Dokumente und Erinnerungsstücke, die Friedrichshainer und Kreuzberger Geschichte erzählen; Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oder Produkte und Maschinen der lokalen Industrie. Aufzeichnungen von Erinnerungen und Interviews mit Zeitzeug*innen.

Eine Chance für die systematische Digitalisierung der Sammlung des FHXB Museums bot sich, als die Wirtschafts- und die Kulturverwaltung des Berliner Senats im Jahr 2012 den Wettbewerb „Digitalisierung und IT-Anwendungen von Einrichtungen der Informationsversorgung im Rahmen der Innovativen Ansätze des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ auslobten.

Damals reichte auch das FHXB Museum eine Projektskizze ein und erhielt im November 2013 eine positive Juryempfehlung. Für das Digitalisierungsprojekt und die Präsentation in der DDB wurden fünf Sammlungen und Konvolute ausgesucht, die als typisch für die Geschichte des Bezirks gelten können:

Stadterneuerung und soziale Bewegungen in den 1970er und 1980er Jahren in Kreuzberg

Das Konvolut „Stadterneuerung und soziale Bewegungen“ wurde ausgewählt, weil mit ihm die Geschichte der zweiten Berliner Stadterneuerung nach dem Zweiten Weltkrieg in Theorie und Praxis nachvollziehbar gemacht werden kann: von der zunächst praktizierten „Kahlschlagsanierung“ bis zur „behutsamen Stadterneuerung“ in den 1980er Jahren. Kernstücke der Sammlung sind über 900 Publikationen und Gutachten, die im Zusammenhang mit der Internationalen Bauausstellung (IBA 1984/1987) angefertigt wurden sowie 160 Ordner mit Dokumenten zur Tätigkeit des Vereins SO 36, der als einer der ersten in Deutschland Bürgerbeteiligung einforderte und umsetzte. Zur Sammlung gehören auch vollständige Jahrgänge von fünf Stadtteilzeitschriften, die in den 1980er Jahren das Sprachrohr der wohnungspolitischen Protestbewegung waren. Sie werden ergänzt durch Flugblätter und Plakate zum Thema Stadterneuerung und soziale Bewegungen aus der gleichen Zeit.


FHXB Museum Südost Express

Südost Express : Die Kreuzberger Lokalzeitung von Bürgern aus SO 36; Nr. 6/82 Juni  Redaktion Südost Express, FHXB Museum (Rechte vorbehalten – Freier Zugang)
Südost Express : Die Kreuzberger Lokalzeitung von Bürgern aus SO 36; Nr. 6/82 Juni
Redaktion Südost Express, FHXB Museum (Rechte vorbehalten – Freier Zugang)

Migration nach Friedrichshain und Kreuzberg

Das Themenfeld Migration nach Friedrichshain und Kreuzberg ist ein integrativer Bestandteil in allen für das Digitalisierungsprojekt ausgewählten Sammlungen. Der Fokus liegt dabei auf der Zuwanderung seit den 1960er Jahren. Für die Präsentation in der DDB wurden Audio- und Videointerviews mit Migrant*innen der ersten und zweiten Generation ausgewählt, die für die Forschung zur Zuwanderungsgeschichte besonders wertvoll sind.

Sammlung zum Ausstellungsprojekt „Juden in Kreuzberg“

Im Jahr 1991 wurde im damaligen Kreuzberg Museum eine Ausstellung mit dem Titel „Juden in Kreuzberg“ erstellt, die nach der Präsentation im Haus nie wieder gezeigt wurde. Die einzelnen Ausstellungstafeln wurden digitalisiert und hier öffentlich zugänglich gemacht.

Sammlung „Künstlerkreis Kreuzberger Boheme“

In den 1960er Jahren gab es in Kreuzberg eine Gruppe überregional bekannter bildender und schreibender Künstler*innen, dem sog. „Künstlerkreis Kreuzberger Boheme“. Das damalige Kreuzberg Museum und auch das ehemalige Kunstamt Kreuzberg hatten künstlerische Nachlässe, Fotos und Dokumente zur Geschichte dieser „Malerpoeten“ um Günther Bruno Fuchs, Curt und Willi Mühlenhaupt, Artur Märchen, Herbert Jimmy Weitemeier, Hans Sünderhauf u.a. gesammelt. Digitalisiert und zugänglich gemacht wurden etwa 600 Kunstwerke und 200 Plakate aus dieser Sammlung.


FHXB Museum Carl Mühlenhaupt

Ölgemälde des Künstlers Curt Mühlenhaupt, Titel: über den Dächern, Motiv: Mann über den Dächern, gerahmt; FHXB Museum (CC BY 4.0 International)
Ölgemälde des Künstlers Curt Mühlenhaupt, Titel: über den Dächern, Motiv: Mann über den Dächern, gerahmt; FHXB Museum (CC BY 4.0 International)

Scrapbooks zur Geschichte Friedrichshains aus dem Heimatmuseum

Aus dem Bestand des Heimatmuseums Friedrichshain stammen 21 „Scrapbooks“. Diese sind thematisch zusammengefasste Sammlungen von Fotos und Dokumenten mit einem besonderen archivarischen Wert. Die Sammlung dokumentiert die DDR-Zeit und die Veränderungen in Friedrichshain nach 1990. Alle 21 „Scrapbooks“ wurden digitalisiert. Zur Wahrung von Urheber- und Persönlichkeitsrechte, mussten darin mehrere Fotografien mit einem Blurfilter unkenntlich gemacht werden.


FHXB Museum Scrapbook Kurt Bothe

"Scrapbook von Kurt Bothe: Stalinallee, Teil I", FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum (Rechte vorbehalten - Freier Zugang)
"Scrapbook von Kurt Bothe: Stalinallee, Teil I", FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum (Rechte vorbehalten - Freier Zugang)

Zu den Beständen des FHXB Museums in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Zur Institutionenseite des Museums bei der Deutschen Digitalen Bibliothek

Zur Webseite des Museums

Die Förderer des FHXB Museums


FHXB Museum Förderer

Zurück zur Übersicht