20.06.2017

Von Medien und Menschen – Die Deutsche Digitale Bibliothek auf dem Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main

Von Laura Schröder (Servicestelle Deutsche Digitale Bibliothek)
 
Der 106. Bibliothekartag fand vom 30. Mai bis 2. Juni an der Frankfurter Messe statt und bot unter dem Titel „Medien – Menschen – Märkte“ den 3.500 BesucherInnen ein reichhaltiges Programm zur Information und Fortbildung für BibliothekarInnen. Da durfte natürlich die Deutsche Digitale Bibliothek nicht fehlen: wir waren mit Vorträgen, Sprechstunden und einem Messestand vor Ort.


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Stand der Deutschen Digitalen Bibliothek auf dem Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main
Der Bibliotheks-Nachwuchs zeigt reges Interesse an der Deutschen Digitalen Bibliothek

Was der Markt für Daten mit der neuen Software-Architektur zu tun hat

Dem Motto des Bibliothekartags wird gleich am ersten Veranstaltungstag ein Bericht aus dem Inneren der Deutschen Digitalen Bibliothek gerecht. Stephan Bartholmei (Produktentwicklung und Innovation) präsentiert die in der Entwicklung befindliche neue Datenarchitektur der Deutschen Digitalen Bibliothek. Unter dem Titel „Prosperierende Plattform mit Cluster-Kern“ gewährt er im Vortragsblock „Virtualisierung von Beständen“ dem Fachpublikum einen „Blick unter die Motorhaube“, wie er es nennt, und schildert einerseits die Vorgänge in der jetzigen Architektur, andererseits die Grundsätze der Überarbeitung. Die neue Architektur soll es erlauben, mehr Daten in erheblich kürzerer Zeit in die Deutsche Digitale Bibliothek einzuspielen und damit die Geschäftsprozesse deutlich und auf messbare Weise zu beschleunigen. Außerdem können die Daten in neuen Weisen genutzt werden, indem die neue Architektur moderne Technologien einführt (z. B. die verteilte Datenbank Cassandra und die Computing-Engine Spark).


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Stephan Bartholmei (Produktentwicklung und Innovation) im Vortrag
Von der Arbeit mit Daten – Stephan Bartholmei (Produktentwicklung und Innovation) im Vortrag

Außerdem spricht er von der wirtschaftlichen Bedeutung und gesellschaftlichen Relevanz von nutzungsbezogenen Daten. Deren Generierung und Verwertung, so Stephan Bartholmei den Economist aufgreifend, erfolge heute ähnlich wie die des Rohstoffs Erdöl. „Wer glaubt, dass die großen Internetplattformen ihr Geld mit dem Verkauf von Taxifahrten, Büchern o.ä. verdienen, hat deren Geschäftsmodell nicht verstanden. Es geht heute vor allem darum, den Nutzer und Kunden in allen Facetten kennenzulernen. Man kann die dafür verwendeten modernen Datenerhebungstechniken zur Abwechslung auch einmal für das Gute, Wahre und Schöne einsetzen. Und dazu versuchen wir, künftig mit Hilfe unserer neuen Architektur unseren Teil beizutragen.“ In diesem Sinne will die Deutsche Digitale Bibliothek ab 2018 zielgruppenspezifische Angebote entwickeln und den ‚neuen Rohstoff Daten‘ für Kultur und Wissen im Netz einsetzen.

Was unsere Datenpartner zum Mitmachen motiviert

Vor allem in den Pausen zwischen den Veranstaltungen herrscht reger Betrieb am Stand der Deutschen Digitalen Bibliothek: Potenzielle Datengeber, BibliotheksreferendarInnen und interessierte FachbesucherInnen – nicht nur während der Sprechstunde zum „Weg in die DDB“. Die MitarbeiterInnen der Servicestelle informieren, unterstützt von Mitarbeiterinnen der Projektkoordination, darüber, wie die Daten in die Deutsche Digitale Bibliothek kommen und erklären, welche Vorteile für datengebende Institutionen durch eine Beteiligung an der Deutschen Digitalen Bibliothek entstehen: Sie erhöhen ihre Sichtbarkeit und Reichweite (auf Wunsch auch durch die Weitergabe der Daten an das europäische Portal Europeana), können ihre Daten mit korrekter Rechteauszeichnung in neuen Kontexten präsentieren, und dies alles kostenfrei.


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Stand der Deutschen Digitalen Bibliothek auf dem Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main
In den Gesprächspausen immer die Vorräte aufstocken!

Am dritten Tag der Messe gibt Stephan Bartholmei in einer Sprechstunde nochmals Auskunft über die neue Software-Architektur im Weiterentwicklungsprojekt „DDB 2017“. Wir freuen uns auch über das Interesse der Kongress-Zeitung und über den daraus resultierenden Artikel auf Seite 14 der b.i.t online KongressNews.

Was unsere BesucherInnen bewegt

Unser Eindruck vom Bibliothekartag 2017? Die „Strategie 2020“ der Deutschen Digitalen Bibliothek ist sehr begehrt – jede Mitarbeiterin der Servicestelle muss aus dem Büro Nachschub zur Messe mitbringen, weil sich so viele BesucherInnen dafür interessieren, wie es mit der Deutschen Digitalen Bibliothek weitergeht. Neben den zahlreichen Fachgesprächen haben wir auch immer ganz entzückende Komplimente zu hören bekommen – von „Sie haben das hübscheste Logo! Das merkt man sich einfach!“ bis zu einem begeisterten „Ich finde die DDB genial. Es gibt hier wahre Schätze!”

Zum Weiterlesen:
b.i.t online KongressNews, 2. Juni 2017/Nr. 4, S. 14.

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