31.03.2014

Deutsche Digitale Bibliothek präsentiert erste Vollversion

Berlin, 31. März 2014 – Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), die Ende 2012 unter www.deutsche-digitale-bibliothek.de in einer ersten öffentlichen Version ans Netz gegangen ist, verlässt heute das Beta-Stadium. In der Wandelhalle der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin präsentierten Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Brunhild Kurth, Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz und Sächsische Staatsministerin für Kultus, Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Sprecher des Vorstands der Deutschen Digitalen Bibliothek, Jill Cousins, Executive Director der Europeana Foundation, sowie Frank Frischmuth, Geschäftsführer der Deutschen Digitalen Bibliothek, gemeinsam die erste Vollversion.

Präsentation der ersten Vollversion der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) am 31. März 2014 in der Wandelhalle der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin.Präsentation der ersten Vollversion der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) am 31. März 2014 in der Wandelhalle der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin. V.l.n.r.: Brunhild Kurth, Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz und Sächsische Staatsministerin für Kultus, Frank Frischmuth, Geschäftsführer der Deutschen Digitalen Bibliothek, Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Sprecher des Vorstands der Deutschen Digitalen Bibliothek, Jill Cousins, Executive Director der Europeana Foundation (© Deutsche Digitale Bibliothek, Foto: Reynaldo Paganelli)

Das Leitbild ist unverändert: Die Deutsche Digitale Bibliothek schafft über das Internet freien Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands, indem sie die digitalen Angebote deutscher Museen, Bibliotheken, Archive, Denkmalpflegeeinrichtungen, Mediatheken und Forschungsinstitutionen vernetzt und kostenfrei online zugänglich macht. Millionen von Büchern, Archivalien, Bildern, Skulpturen, Musikstücken und anderen Tondokumenten, Filmen und Noten sind so über ein zentrales Portal auffindbar.

„Die Deutsche Digitale Bibliothek eröffnet uns einen weiteren, neuen Zugang zu unserem kulturellen Erbe“  erklärte Staatsministerin Grütters bei Ihrer Ansprache vor zahlreich erschienen Vertretern der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. „Es ist mir dabei ein wichtiges Anliegen, dass via Internet nun auch diejenigen angesprochen werden können, die Museen, Bibliotheken, Konzertsäle und andere Kultureinrichtungen eher selten oder gar nicht besuchen. Mit der DDB gewinnen wir neue Chancen, sie mit unserem kulturellen Erbe in Berührung zu bringen, sie dafür zu interessieren und Schwellenängste abzubauen.“ Auch Staatsministerin Kurth betonte die Bedeutung der Plattform: „Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek verfolgen wir das Ziel, unser Wissen und unsere kulturelle Überlieferung für alle Interessierten über das Internet zugänglich zu machen. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende erhalten so die Möglichkeit, online auf digitale Informationen zurückzugreifen. Die DBB bietet auch neue Chancen, die Informationsbeschaffung für die Wissenschaft grundlegend zu verbessern."

Seit dem Beta-Launch sind Millionen von neuen Inhalten – Bücher, Archivalien, Bilder, Skulpturen, Filme, Noten und Tondokumente – hinzugekommen. „Nachdem wir im November 2012 mit einer Betaversion online gegangen sind, haben wir jetzt die Testphase abgeschlossen. Inzwischen sind bereits circa acht Millionen Datensätze von über 100 Einrichtungen online“ konstatierte Hermann Parzinger in seiner Ansprache. „Die große Resonanz auf diese Veranstaltung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Sie demonstriert den enormen Rückhalt, den die Deutsche Digitale Bibliothek bei den Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen genießt.“

Uwe Müller, Leiter Projektkoordination DDB bei der Deutschen Nationalbibliothek, und Matthias Razum, Teilbereichsleiter e-Science und Projektleiter DDB bei FIZ Karlsruhe, stellten in einer Live-Demonstration einige der zahlreichen Funktionen, Erweiterungen und technischen Neuerungen vor, die während des Betastadiums realisiert werden konnten. Hierzu zählt neben den allgemeinen Verbesserungen am Frontend, etwa bei der Suche, Navigation und der Integration sozialer Medien, vor allem der Ausbau der Vernetzung der Objekte in der DDB: Die semantischen Beziehungen zwischen einzelnen Objekten werden jetzt sichtbar. Nutzer können zwischen inhaltlich benachbarten Objekten navigieren, erhalten kontextualisiert weitere Suchtreffer und werden auf zusätzliche Informationen innerhalb und außerhalb der DDB verwiesen.

Nach entsprechender Registrierung kann über die neue Programmierschnittstelle (API) des DDB-Kernsystems jedermann auf die Daten und Funktionen zugreifen, die die DDB zur Verfügung stellt. Dies ermöglicht innovative Entwicklungen innerhalb und außerhalb des DDB-Kompetenznetzwerks und die Integration der Daten in andere Kontexte. Die DDB wird dadurch zu einer wichtigen Schaltstelle in der vernetzten digitalen Welt von Kultur und Wissenschaft.

Auch können sich Nutzer inzwischen mit einem eigenen Account am Portal anmelden und haben dann Zugriff auf einen personalisierten Bereich, in dem Favoritenlisten aus DDB-Objekten angelegt, annotiert und als persönliche Themenseiten veröffentlicht werden können. Persönliche Suchanfragen können gespeichert und geteilt werden.

Zu den Entwicklungen der DDB seit dem Beta-Launch zählt auch ihr organisatorischer Ausbau: So unterstützt eine an der Deutschen Nationalbibliothek neu eingerichtete Servicestelle gemeinsam mit spartenspezifischen Fachstellen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen auf Ihrem Weg in die DDB. Die Geschäftsstelle der DDB mit Sitz bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde personell verstärkt. Frank Frischmuth, seit April 2013 als Geschäftsführer für die organisatorische und wirtschaftliche Koordination der Deutschen Digitalen Bibliothek verantwortlich, beschreibt die Rolle der Geschäftsstelle wie folgt: „Unsere Kernaufgabe besteht in der Kommunikation mit allen beteiligten Partnern und Gremien – hier läuft das operative Geschäft zusammen. Neben dem Ausbau des Zugangsportals der Deutschen Digitalen Bibliothek wird sich die Geschäftsstelle verstärkt um die vielfältigen Aspekte der Teilhabe am kulturellen digitalen Erbe kümmern. Hier stehen Fragen zur Gestaltung des Urheberrechts, der Gestaltung von Lizenzen und schließlich auch die Forderung nach einer gesamtgesellschaftlichen Agenda für die Digitalisierung, die auch dem Aspekt der Langzeitarchivierung Rechnung trägt, im Vordergrund.“

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist der Beitrag Deutschlands zur europäischen digitalen Plattform Europeana. Diese versammelt seit 2008 digitalisierte Kulturgüter aus allen EU-Mitgliedsstaaten und will damit ein europäisches kulturelles Gedächtnis schaffen. „Deutschland ist für uns ein wichtiger Partner, mit 4,5 Millionen Objekten stellt es größten Einzelanteil der etwa 30 Millionen digitalen Objekte in der Europeana“ erläuterte Jill Cousins. „Wir freuen uns, dass durch die komplette Vernetzung der Deutschen Digitalen Bibliothek mit der Europeana schon bald Digitalisate aus vielen Tausenden deutschen Einrichtungen ihren Weg in die Europeana finden werden.“

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie im Pressebereich.

Fotos, die Sie zur Dokumentation der Veranstaltung oder Presseberichterstattung verwenden können, laden Sie bitte hier herunter (bitte geben Sie den Fotografen: Rainaldo Paganelli an): Pressefotos - DDB-Präsentation in Berlin - 31.03.2014.

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