28.11.2012

Wir sind die DDB: Das Düsseldorfer Hetjens-Museum mit der weltweit größten Keramiksammlung

Viele Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sind bereits Teil der Deutschen Digitalen Bibliothek, jeden Tag werden es mehr. Berühmte Museen und Forschungseinrichtungen sind dabei, aber auch viele kleine Häuser, die es sich lohnt, zu entdecken. Wir wollen Ihnen in loser Folge die Institutionen, die bei der DDB mitwirken, vorstellen und Ihnen einen Eindruck geben, wie vielfältig und aufregend die deutsche Kultur- und Wissenschaftslandschaft ist. Den Auftakt macht das Hetjens-Museum in Düsseldorf.

Laurenz Heinrich Hetjens 1865 (© Hetjens-Museum)

Laurenz Heinrich Hetjens 1865 (© Hetjens-Museum)

Bedeutende Keramiksammlungen vermutet man am ehesten in den großen Kunstgewerbemuseen der Welt: Im Museo Internazionale delle Ceramiche im italienischen Faenza etwa, im Musée Nationale de Céramique im französichen Sèvres oder im Museo Nacional de Cerámica von Valencia in Spanien. Aber selbst in Museumsmetropolen wie London oder Paris muss man mehrere Museen aufsuchen, um einen kompletten Überblick über die Welt der Keramik zu bekommen.

In Düsseldorf kann man diesen Überblick in einem Haus genießen. Das Hetjens-Museum ist weltweit die einzige Institution, die die universelle Keramikgeschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart durch alle Kulturen und Epochen sammelt und in Ausstellungen vermittelnd präsentiert. Von frühen anatolischen Gefäßen über antike Vasen und Fliesenbilder bis hin zu ostasiatischem Porzellan und industriell hergestellter Keramik der Gegenwart werden hier rund 8.000 Jahre Keramikgeschichte gezeigt.

Seit mehr als 100 Jahren existiert das Museum. Auf der Grundlage des Vermächtnisses des Düsseldorfer Sammlers Laurenz Heinrich Hetjens (1830–1906) wurde es 1909 als städtisches Museum eröffnet. Als technischer Direktor einer Gasmanufaktur in Aachen hatte es Hetjens zu Wohlstand gebracht, seine Leidenschaft aber galt der Sammlung edler Keramik, insbesondere rheinischem Steinzeug der Gotik, der Renaissance und des Barock. Hier erwarb er sich schnell einen Ruf als anerkannter Experte. Universalerbe seines beträchtlichen Vermögens und der beeindruckenden Sammlung war die Stadt Düsseldorf.

Durch gezielte Ankäufe und Schenkungen hat das Museum seitdem eine Sammlung aufgebaut, um die man das Düsseldorfer Haus in der ganzen Welt beneidet. Sammlungsbereiche sind der Vordere Orient, Ostasien, Afrika, das präkolumbische Amerika, die Antike und das Mittelalter. Alle keramischen Materialien von Irdenware über Steinzeug und Fayence bis Porzellan sind auf den über 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche vertreten. Ein Schwerpunkt des Museums liegt auf der gegenwärtigen Keramikkunst.

Sonderausstellungen, ein engagiertes wissenschaftliches Programm von Vorträgen und Führungen, die museumspädagogische Arbeit und ein bestens ausgestatteter Töpferraum, in dem sich Kinder wie Erwachsene in der Keramiktechnik üben können, zeugen von einem lebendigen Museumsleben. Die kostbaren Schätze des Hetjens-Museum gehen häufig auf Reisen und sind regelmäßig als Leihgaben im In- und Ausland vertreten. Schauen Sie nach, wenn Sie einem der großen Kunstgewerbemuseen einen Besuch abstatten: ein Objekt aus der Düsseldorfer Sammlung ist bestimmt dabei. Oder kommen sie einfach ins Hetjens-Museum, der Besuch lohnt sich.


Quelle:

http://www.duesseldorf.de/hetjens

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