Virtuelle Ausstellung „Das Gedächtnis des Tanzes” ist online

 

 

Gedächtnis des Tanzes

Unter dem Titel „Das Gedächtnis des Tanzes“ präsentiert die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) ihre zweite Virtuelle Ausstellung. Der ausführlich dokumentierte Streifzug entlang verschiedener historischer Erscheinungs- und Repräsentationsformen der Tanzkunst wartet mit zahlreichen multimedialen Exponaten und ergänzenden Materialien auf und ist ab sofort in der DDB online verfügbar.

Die ihrem Wesen nach flüchtige Kunst des Tanzes zum Gegenstand einer Ausstellung zu machen, war eine ebenso große wie reizvolle Herausforderung. Eine Aufgabe, der sich die verantwortliche Kuratorin Dr. Silke Röckelein im Auftrag der DDB mit Leidenschaft und wissenschaftlicher Sachkenntnis gewidmet hat. So stellt ihr einführender Text zur Ausstellung auch gleich zu Beginn die grundsätzliche Frage, wie der Tanz als immaterielles Kulturerbe der Nachwelt überhaupt zugänglich gemacht und erhalten werden kann.

Dass diese Frage immer wieder neu beantwortet wurde, verdeutlicht die Ausstellung in Segmenten wie „Die Grammatik der Tanzkunst“ oder „Tanz im Bild“. Die einzelnen Passagen erörtern unterschiedliche theoretische sowie medientechnische Ansätze und Methoden, deren verbindendendes Ziel die Erfassung, Analyse und Vermittlung des Tanzes als künstlerischer Akt, kulturelle Praxis und ästhetische Erfahrung war und ist.

Die Ausstellung präsentiert Texte, die Tänze beschreiben, stellt Notationssysteme – also Tanzschriften – vor und beleuchtet die mit der fortschreitenden Entwicklung der Medien neu hinzugekommen Möglichkeiten, Bewegung zu messen und zu simulieren. Weitere Kapitel widmen sich der Illustration sowie Foto- und Filmreihen, die ebenfalls versuchen, alle Facetten dieser Kunstform zu erfassen: die Bewegung im Raum und ihre zeitliche Abfolge, die begleitende Musik, die Beschreibung von Gestik, Mimik und Kleidung der Tänzer.

 

Gedächtnis des Tanzes

Anhand der verschiedenen Arten von Tanz als Brauchtum und Ritual, als Gesellschafts- und Ausdruckstanz, als Gattung der darstellenden Künste bietet die virtuelle Ausstellung so einen Überblick über historische und aktuelle Verfahren, die tänzerische Bewegung aufzuzeichnen und zu simulieren, um sie zu archivieren und nachvollziehbar zu machen.

Im Interview unterstreicht Dr. Röckelein den multimedialen Aspekt des Themas, das sich gerade deshalb für eine virtuelle Ausstellung anbietet: „Da der Tanz idealerweise nur durch ein Zusammenspiel von Bild-, Text-, Ton- und Filmmaterial sowie neuerdings durch spezielle Computerprogramme zu dokumentieren ist, muss ein Archiv des Tanzes multimedial sein. Nur so kann man dem Anspruch, ihn vollständig zu erfassen, nahe kommen. Das Internet bietet die Möglichkeit dieser Multimedialität. Es erlaubt zudem, durch Verlinkungen von der vorgegebenen Reihenfolge abzuweichen und Objekte in neue, unerwartete Zusammenhänge zu stellen."

Diese einzigartigen Möglichkeiten der Wissens- und Kulturvermittlung wird die Deutsche Digitale Bibliothek zukünftig für weitere Virtuelle Ausstellungen nutzen: In Vorbereitung sind bereits Ausstellungen zu „Filmkultur im Wandel – Das Kino der 1910er Jahre und der Weltkrieg“, „Der Dresdner Maya-Codex“ und „KA300 – 300 Jahre Stadt Karlsruhe“.

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