Wenn Kultureinrichtungen und Entwickler zusammenfinden: Coding da Vinci – Der Workshop bei „Zugang gestalten!“

Die Preisträger von Coding da Vinci 2015 im Jüdischen Museum Berlin
Die Preisträger von Coding da Vinci 2015 im Jüdischen Museum Berlin

 

Diesjähriges Motto von Zugang gestalten! sind „Zukunftsstrategien“ – inwiefern kann man den Kultur-Hackathon als Konzept für Partizipation in der Zukunft verstehen?

SB: „Noch dominiert beim Besuch von Museen und anderen Gedächtnisinstitutionen die Rezeption. Bei Coding da Vinci wollten wir erforschen, wie die Interaktion zwischen den Kultureinrichtungen und dem technik- und netzaffinen Teil der Zivilgesellschaft aussehen kann, wenn man die Ausdrucks- und Arbeitsformen der Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, nutzt.

Diese Generation sagt nämlich, wir produzieren selber, wir nutzen kulturelle Äußerungen nach, wir machen Mashups, wir remixen die an uns gerichteten Botschaften. Also wollten wir ein der technischen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung entsprechendes Angebot machen, wie man mit Kulturschätzen und ihren digitalen Repräsentationen interagieren kann.
Das ist der partizipative Gedanke, der hinter Coding da Vinci steht: Hier begegnen sich zwei Welten auf Augenhöhe, wodurch sich hoffentlich auch Veränderungen in beiden Welten ergeben. Wir wollen einerseits erreichen, dass die Entwicklerinnen, die Designer, die Makerinnen merken „Oh, da sind spannende Kulturdaten“. Viele sind wirklich begeistert, sich einmal nicht mit Einkommensstatistiken oder Verkehrsdaten zu beschäftigen, sondern etwas zu tun, was dem „Wahren, Schönen und Guten“ dient.

Auf der anderen Seite  hoffen wir natürlich, einen Denkwandel in den Kultureinrichtungen anzustoßen, die in Zukunft mit der Öffnung der eigenen Sammlungen nicht nur Kontrollverlust verbinden, sondern die Chance erkennen, wertvolles Feedback und kreative Ideen von Menschen mit viel Know-How zu bekommen. Vor allem als kleinere Einrichtung kann ich mich so von den „Hackern“ gut beraten lassen, wenn ich im Gegenzug meine Zeit und mein Wissen teile.

Es ist eine sehr unmittelbare und sehr intensive Form der Zusammenarbeit beim Hackathon. Wenn man das voll ausnutzt – gerade als Kultureinrichtung – ergibt sich eine Verbindung mit Menschen, die die Zukunft der eigenen Einrichtung aktiv mitgestalten können und wollen – als Förderverein 2.0, wenn Sie so wollen.“

Vielen Dank!
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Workshop
„Ein jeden aber kann dat nich – wie kommt der Kulturhackathon Coding da Vinci nach Hamburg?“
Stephan Bartholmei (Deutsche Digitale Bibliothek)
 
Freitag, 6. November 2015, 10:45 Uhr im Hörsaal des Altoner Museums in Hamburg
Zum Abstract
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Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe – Zukunftsstrategien

Wann:
5./6. November 2015
Wo:
Stiftung Historische Museen Hamburg im Altonaer Museum
Museumsstraße 23
22765 Hamburg
 
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Partner 2015
Die Konferenz wird in diesem Jahr getragen von der Stiftung Historische Museen HamburgDigiS – Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Deutschen Digitalen Bibliothek, dem Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V., dem Institut Français Deutschland, iRights.info, dem Jüdischen Museum Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland, der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Wikimedia Deutschland e.V.
Leitung: Dr. Paul Klimpel
Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

Hashtag: #ke15
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Rückblick auf unseren Programmbeitrag 2014 (mit Videos): Zugang gestalten 2014