Zwischen Leben, Tod und Wissenschaft: Skelette
Schon Höhlenmalereien aus der Altsteinzeit zeigen Skelette. Von Mesopotamien über das Alte Ägypten und die römische Stadt Pompeji bis zu den Moche, den Maya und den Azteken in Südamerika - überall finden sich Skelettdarstellungen. Sie symbolisieren die Verbindung von Leben und Tod oder stehen für den Tod als Neuanfang und Übergang. Die Durchlässigkeit von Dies- und Jenseits wird in Mexiko am Tag der Toten (Día de los Muertos) gefeiert. Schon die Azteken begehen ein ähnliches Fest, das die spanischen Missionare verbieten wollen, weshalb es auf den katholischen Feiertag Allerheiligen umgelegt und so beibehalten wird. Tote und Lebende kommen hier zu einem fröhliches Fest zusammen - La Catrina, der Tod in Form eines elegant gekleideten Skeletts, ist nicht bedrohlich, sondern freundlich. In Europa steht das Skelett als Memento Mori für die Vergänglichkeit des Lebens. Mit der Renaissance nimmt außerdem das wissenschaftlich-anatomische Interesse an der menschlichen Knochenstruktur und Skelettdarstellungen zu.