Spinnen: Netzkünstlerin, Nimmersatt, Mitbewohner
Spinnenseide ist die strapazierfähigste Faser der Natur. Spinnennetze sind zugleich architektonische Wunderwerke, die menschliche Bauwerke wie Brücken und Kuppeln inspiriert haben und tödliche Fallen. Global gesehen verspeisen Spinnen mehr Biomasse (ca. 800 Millionen Tonnen) als Wale und sind damit ein zentraler Bestandteil des Ökosystems. Spinnen sind kreative Jäger*innen: Manche lauern der Beute auf, andere pirschen sich an oder bewerfen sie mit Spinnennetzen (Spiderman lässt grüßen) und natürlich warten viele Arten geduldig, bis ein Insekt sich in ihrem Netz verfängt. Ihr Tastsinn ist so empfindlich, dass sie mit den Becherhaaren an ihren Beinen sogar Schallwellen spüren können. Die Springspinne Toxeus magnus stillt ihren Nachwuchs mit einer Art Muttermilch - ein Verhalten, das lange Zeit nur Säugetieren vorbehalten galt. Besonders im Herbst machen es sich Spinnen in menschlichen Behausungen gemütlich. Die Mischung aus acht langen Beinen, mehreren Augen und unvorhersehbar schnellen Bewegungen löst in vielen Menschen allerdings Unbehagen aus.