Ähnliche Spiele wie Fußball gibt es schon seit mehr als 3.000 Jahren.

Diese Spiele gab es zum Beispiel in China und in Mittel-Amerika.

In Europa gibt es Ball-Spiele seit etwa 1.000 Jahren.

Das erste Fußball-Spiel gab es wahrscheinlich in England.

Das war vor etwa 900 Jahren.

Die Regeln für dieses Fußball-Spiel waren aber anders als heute.

Es war egal wie viele Menschen mitspielen.

Und das Spiel-Feld war viel größer als heute.

 

Früher haben Frauen auch schon Fußball gespielt.

Das war zum Beispiel in England ganz normal.

Dann haben immer mehr Menschen gesagt:

Fußball ist kein Sport für Frauen.

Das war vor allem in Deutschland.

Jetzt spielen wieder mehr Frauen Fußball.

Und Frauen-Fußball wird wieder wichtiger.

 

Hier lesen Sie mehr über die Geschichte vom Frauen-Fußball:

  • Frauen-Fußball in England
  • Frauen-Fußball in Deutschland bis 1920
  • Was haben Männer über Frauen-Fußball gesagt?
  • Frauen-Fußball in der Bundes-Republik Deutschland
  • Frauen-Fußball in der Deutschen Demokratischen Republik
  • Frauen-Fußball und Männer-Fußball in Deutschland
  • Trans Frauen im Fußball

Frauen-Fußball in England

Früher haben Männer und Frauen in England zusammen Fußball gespielt.

Vor etwa 300 Jahren haben wichtige Schulen in England gesagt:

Fußball ist ein toller Schul-Sport.

Aber damals waren nur Jungen in den Schulen.

Deshalb haben Jungen dann viel öfter Fußball gespielt als Mädchen.

 

Manche Menschen fanden das nicht gut.

Dazu gehört zum Beispiel diese Frau:

Nettie Honeyball.

Nettie Honeyball hat gesagt:

Frauen sollen die gleichen Rechte haben wie Männer.

Frauen sollen zum Beispiel wählen dürfen.

Und Frauen sollen auch Fußball spielen.

Deshalb hat Nettie Honeyball den ersten Verein für Frauen-Fußball 

in England gegründet.

Das war 1894.

 

Im Ersten Weltkrieg haben in England sehr viele Frauen Fußball gespielt.

Der Erste Weltkrieg war von 1914 bis 1918.

Die Männer mussten im Ersten Weltkrieg kämpfen.

Deshalb haben die Männer viel weniger Fußball gespielt.
 

So konnten die Frauen zum Beispiel die Fußball-Plätze benutzen.

Bei manchen Fußball-Spielen von den Frauen waren 

mehr als 1.000 Zuschauer.

 

In Frankreich war das ähnlich.

Im Ersten Weltkrieg gab es die ersten Vereine für Frauen-Fußball 

in Frankreich.

 

Frauen-Fußball in Deutschland bis 1920

Bis 1920 haben nur wenige Frauen in Deutschland 

Sport gemacht.

Die Frauen sind zum Beispiel Fahrrad gefahren.

Und die Frauen haben geturnt.

Aber Fußball war in Deutschland zuerst nicht beliebt.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg haben immer mehr Frauen Sport gemacht.

Die Frauen haben jetzt auch mehr Fußball gespielt.

Ab 1920 gab es auch Vereine für Frauen-Fußball in Deutschland.

Was haben Männer über Frauen-Fußball gesagt?

Viele Männer haben früher gesagt:

Fußball ist nicht für Frauen.

 

1926 stand zum Beispiel in einer Zeitung:

Ein Stadion ist nur für echten Sport.

Frauen-Fußball ist kein echter Sport.

Deshalb sollen Fußball-Spiele von Frauen nicht in einem Stadion sein.

 

1930 stand in einer Zeitung:

In Frankfurt soll es bald Frauen-Fußball geben.

Das ist eine verrückte Idee.

Manche Frauen kämpfen für die Rechte von Frauen.

Die Frauen denken:

Dazu gehört auch Frauen-Fußball.

Aber das geht zu weit.

In anderen Ländern gibt es Frauen-Fußball.

Aber das ist kein echter Sport.

Das ist nur Spaß.

Alle lachen über Frauen-Fußball.

Frauen-Fußball wird auch in der Zukunft kein echter Sport sein.

 

1930 stand in einer anderen Zeitung:

Frauen spielen Fußball.

Aber Fußball ist kein Sport für Frauen.

Da sind sich alle einig.

Fußball passt nicht zum Körper von Frauen.

Frauen sollen weiblich wirken.

Aber beim Fußball wirken Frauen nicht weiblich.

Frauen sollen lieber andere Sport-Arten machen.

Frauen-Fußball in der Bundes-Republik Deutschland

Von 1939 bis 1945 war der Zweite Weltkrieg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt.

Dann gab es zwei Länder: 

die BRD und die DDR.

BRD ist die kurze Form von:

Bundes-Republik Deutschland.

DDR ist die kurze Form von:

Deutsche Demokratische Republik.

 

Bis 1955 haben viele Menschen gesagt:

Fußball ist kein Sport für Frauen.

Aber Frauen durften trotzdem Fußball spielen.

Das hat sich 1955 geändert.

1955 hat der DFB in der BRD entschieden:

Frauen-Fußball ist verboten.

DFB ist die kurze Form von:

Deutscher Fußball Bund.

Die Fußball-Vereine vom DFB durften zum Beispiel 

keine Mannschaften für Frauen-Fußball machen.

Und Frauen durften nicht mehr auf Fußball-Plätzen spielen.

 

Aber das war vielen Frauen egal.

Die Frauen haben trotzdem weiter Fußball gespielt.

Die Frauen haben zum Beispiel auch gegen andere Länder gespielt.

Und manche Fußball-Vereine vom DFB haben trotzdem 

Frauen-Mannschaften gemacht.

1970 gab es in Italien die erste Welt-Meisterschaft für Frauen-Fußball.

Diese Welt-Meisterschaft war aber nicht offiziell.

Das bedeutet:

Die Frauen haben die Welt-Meisterschaft selbst geplant.

Die Frauen wurden dabei nicht unterstützt.

Dann hat der DFB entschieden:

Frauen-Fußball ist jetzt wieder erlaubt.

 

Aber der DFB hat auch gesagt:

Frauen-Fußball ist anders als Männer-Fußball.

Frauen sind schwächer als Männer.

Deshalb soll das Spiel-Feld beim Frauen-Fußball kleiner sein.

Und der Fußball soll kleiner sein.

Und die Frauen sollen andere Schuhe anziehen.

Und die Frauen sollen kürzer spielen.

1974 hat zum ersten Mal eine Frau das Tor des Monats gemacht.

Tor des Monats heißt:

Das war das beste Tor in dem Monat.

Die Frau heißt:

Bärbel Wohlleben.

 

1981 gab es die erste offizielle Welt-Meisterschaft für Frauen-Fußball.

Aber die BRD hatte noch keine National-Mannschaft für Frauen.

Das bedeutet:

Es gab keine Frauen-Mannschaft für das Land BRD.

Deshalb ist der Verein für Frauen-Fußball von einer kleinen Stadt

zu der Welt-Meisterschaft gefahren.

Dieser Verein hat kein Geld vom DFB bekommen.

Aber der Verein hat trotzdem die Welt-Meisterschaft gewonnen.

 

Seit 1982 hat die BRD eine National-Mannschaft für Frauen.

Diese Mannschaft war bis 1990 sehr erfolgreich.

Die Männer-Mannschaft war in dieser Zeit nicht erfolgreich.

Trotzdem haben viele Menschen immer noch gesagt:

Frauen-Fußball ist schlechter als Männer-Fußball.

 

1989 hat die National-Mannschaft für Frauen 

die Europa-Meisterschaft gewonnen.

Die Fußball-Spiele von den Frauen wurden im Fernsehen gezeigt.

Das war das erste Mal.

Die National-Mannschaft für Frauen hat vom DFB einen Preis bekommen.

Aber die Frauen haben kein Geld bekommen.

Der DFB hat den Frauen Geschirr geschenkt.

Viele Menschen haben nämlich immer noch gedacht:

Frauen gehören in die Küche.

Und Frauen brauchen kein eigenes Geld.

Deshalb ist Geschirr ein guter Preis für Frauen.

Frauen-Fußball in der Deutschen Demokratischen Republik

Die kurze Form von Deutsche Demokratische Republik ist:

DDR.

 

In der DDR war Frauen-Fußball erlaubt.

Aber die Regierung von der DDR hat Frauen-Fußball 

trotzdem nicht unterstützt.

Fußball war für Frauen in der DDR kein Beruf.

Frauen-Fußball war in der DDR nur Freizeit.

 

Ein erfolgreicher Verein für Frauen-Fußball in der DDR war:

Turbine Potsdam.

Dieser Verein hat zu einer Firma gehört.

Die Firma hat sich um Strom in Potsdam gekümmert.

Viele Vereine für Frauen-Fußball haben in der DDR zu einer Firma gehört.

 

Die DDR hatte auch eine National-Mannschaft für Frauen-Fußball.

Das war aber erst 1990.

Die National-Mannschaft hat nur gegen ein anderes Land gespielt.

Die National-Mannschaft hat verloren.

Dann wurden die BRD und die DDR wieder vereint.

Dann gab es wieder ein Deutschland.

Deshalb gab es die National-Mannschaft für Frauen-Fußball in der DDR dann nicht mehr.

Frauen-Fußball und Männer-Fußball in Deutschland

Seit 1990 gibt es eine Bundes-Liga für Frauen-Fußball.

In der Bundes-Liga spielen die besten Mannschaften in Deutschland.

Die Mannschaften spielen gegeneinander.

Dabei sammeln die Mannschaften Punkte.

Wer am Ende die meisten Punkte hat wird:

Deutscher Meister.

Diese Mannschaft ist dann die beste Mannschaft in Deutschland.

 

Frauen-Fußball hat jetzt die gleichen Regeln wie Männer-Fußball.

Die National-Mannschaft für Frauen gewinnt ein Spiel?

Dann bekommen die Frauen auch Geld als Preis.

Bei der Europa-Meisterschaft 2025 hat jede Frau 

in der National-Mannschaft 120 Tausend Euro bekommen.

Das ist viel Geld.

Die Männer in der National-Mannschaft haben aber 

4 Millionen Euro bekommen.

Das ist viel mehr Geld als bei den Frauen.

Gender und Sport

Manchmal gibt es die Frage:

Wer darf eigentlich in einer Frauen-Mannschaft mitspielen?

 

In England dürfen trans Frauen zum Beispiel nicht mehr 

in einer Frauen-Mannschaft mitspielen.

Trans Frau bedeutet:

Bei der Geburt wurde gesagt:

Diese Person ist ein Junge.

Aber die Person fühlt sich nicht als Junge.

Die Person ist eigentlich eine Frau.

 

Manche Menschen sagen:

Trans Frauen haben den Körper von einem Mann.

Trans Frauen haben zum Beispiel mehr Testosteron als andere Frauen.

Testosteron ist ein Hormon.

Deshalb sind trans Frauen stärker als andere Frauen.

Aber das stimmt nicht immer.

Jeder Mensch ist nämlich einzigartig.

Und jeder Körper ist einzigartig.

Manche Frauen haben mehr Testosteron als andere Frauen.

Deshalb sind manche Frauen stärker als andere Frauen.

Dabei ist egal:

Ist das eine trans Frau oder nicht?

 

Bei manchen Sportarten wurde entschieden:

Die Frauen bei dieser Sportart dürfen 

nur eine bestimmte Menge Testosteron haben.

Eine Frau hat mehr Testosteron?

Dann darf die Frau nicht bei den anderen Frauen mitmachen.

 

Das ist für manche Menschen ungerecht.

Manche Menschen sind nämlich nicht eindeutig männlich 

oder eindeutig weiblich.

Diese Menschen dürfen dann vielleicht nicht bei den Frauen mitmachen und nicht bei den Männern mitmachen.

 

Das ist so ähnlich wie früher.

Früher haben viele Menschen überlegt:

Wer darf welchen Sport machen?

Und wer darf bei einem Sport nicht mitmachen?

Das ist jetzt wieder so.

 

Der DFB hat 2022 entschieden:

Alle Personen dürfen selbst entscheiden:

Will ich in einer Frauen-Mannschaft spielen

oder in einer Männer-Mannschaft spielen?

Das gilt aber nur für bestimmte Mannschaften.

Diese Mannschaften spielen nur in der Freizeit Fußball.

Das gilt nicht für Mannschaften in der Bundes-Liga.

So soll Fußball ein bisschen gerechter werden.

 

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Übersetzt von inklusiv

Geprüft Lebenshilfe Hattingen e.V.