CSD ist die kurze Form von:

Christopher Street Day.

Der CSD ist eine Demonstration für die Rechte von queeren Menschen.

Bei einer Demonstration treffen sich viele Menschen mit den gleichen Zielen.

Die Menschen rufen oft bestimmte Sätze oder halten Plakate hoch.

Queer ist Englisch.

So spricht man das: kwier. 

Diese Menschen sind zum Beispiel queer:

- lesbische Menschen

Lesbisch bedeutet:

Eine Frau liebt Frauen.

- schwule Menschen

Schwul bedeutet:

Ein Mann liebt Männer.

- bisexuelle Menschen

Bisexuell bedeutet:

Eine Person liebt Männer und Frauen.

-  trans Menschen

Trans bedeutet:

Bei der Geburt wird gesagt:

Eine Person hat ein bestimmtes Geschlecht.

Die Person ist ein Junge oder die Person ist ein Mädchen.

Aber eine trans Person fühlt sich nicht wie dieses Geschlecht.

Vielleicht wurde bei der Geburt gesagt:

Die Person ist ein Junge. 

Aber die Person ist eigentlich eine Frau.

Oder bei der Geburt wurde gesagt:

Die Person ist ein Mädchen.

Aber die Person ist eigentlich ein Mann.

- nicht-binäre Menschen

Nicht-binär bedeutet:

Eine Person fühlt sich nicht als Mann und nicht als Frau.

Die Person fühlt sich nur als Mensch.

- inter Menschen

Inter bedeutet:

Der Körper von einer Person ist nicht eindeutig männlich 

oder eindeutig weiblich.

Die Person hat männliche Geschlechts-Teile 

und weibliche Geschlechts-Teile.


Hier finden Sie weitere Informationen über queere Menschen in Einfacher Sprache.

Queere Menschen werden oft schlecht behandelt.

Deshalb gibt es Demonstrationen 

für die Rechte von queeren Menschen.

Queere Menschen sollen nämlich 

die gleichen Rechte haben wie andere Menschen.

Eine bekannte Demonstration für die Rechte von queeren Menschen 

ist der CSD.

Es gibt den CSD seit mehr als 50 Jahren.

Der CSD ist in New York in den USA entstanden.
 

Queere Menschen in New York

Queere Menschen in den USA durften früher viele Dinge nicht machen.

Und queere Menschen wurden oft schlecht behandelt.

 

Schwule Männer durften zum Beispiel manche Berufe nicht machen.

Außerdem war es verboten schwul zu sein.

Ein Mann durfte nicht Sex mit einem anderen Mann haben.

Ein Mann war schwul?

Dann musste der Mann vielleicht ins Gefängnis.

Oder der Mann musste eine Geld-Strafe bezahlen.

 

Lesbisch sein war nicht verboten.

Lesbische Frauen wurden aber trotzdem oft schlecht behandelt.

 

Trans Menschen wurden besonders schlecht behandelt.

Trans Menschen hatten oft keine Wohnung.

Und trans Menschen wurden oft verletzt.

Trans Menschen wurden besonders oft sexuell verletzt.

Das bedeutet zum Beispiel:

Trans Menschen wurden vergewaltigt.

Auch die Polizei hat trans Menschen schlecht behandelt.

 

Queere Menschen hatten deshalb oft Angst zu zeigen:

Wir sind queer.

Andere Menschen sollten das nicht sehen.

 

Aber manche queere Menschen wollten zeigen:

Wir sind genauso wie andere Menschen.

Und wir gehören auch zur Gesellschaft.
 

Bars für queere Menschen

Es gab früher fast keine sicheren Orte für queere Menschen.

Es gab in New York zwar Bars für queere Menschen.

Aber die Stadt hat diese Bars oft nicht unterstützt.

Die Bars durften zum Beispiel keinen Alkohol verkaufen.

 

Viele Bars haben deshalb mit Verbrechern zusammen gearbeitet.

Aber die Verbrecher haben die queeren Menschen oft ausgenutzt.

Die Bars haben den Verbrechern Geld gegeben.

Dann haben die Verbrecher gesagt:

Die Bar darf jetzt Alkohol verkaufen.

Viele queere Menschen brauchten dann Geld.

Deshalb haben viele queere Menschen selbst verbotene Dinge gemacht.

 

Deshalb waren die Bars oft nicht schön.

In manchen Bars gab es zum Beispiel kein Wasser aus dem Wasserhahn.

Und es gab keine Toiletten.

 

Außerdem war die Polizei oft in den queeren Bars.

Die Polizei hat zum Beispiel die Ausweise von den Menschen überprüft.

Eine Person sieht aus wie eine Frau?

Aber im Ausweis steht:

Die Person ist ein Mann?

Dann hat die Polizei die Person verhaftet.

Zwei Männer tanzen zusammen?

Oder zwei Frauen tanzen zusammen?

Dann hat die Polizei diese Personen verhaftet.

 

Die Stadt hat oft gesagt:

Diese queere Bar muss schließen.

Die Polizei hat das ausgenutzt.

Die Bar musste der Polizei dann Geld gegeben.

Dann durfte die Bar offen bleiben.

So hatten queere Menschen noch weniger Geld.

Und queere Menschen hatten Angst vor der Polizei.

 

1960 bis 1970 in New York

Von 1960 bis 1970 passiert in New York sehr viel.

Es gibt zum Beispiel einen großen Strom-Ausfall.

Manche Teile der Stadt haben für mehrere Stunden keinen Strom.

Und die Luft in der Stadt ist manchmal sehr schlecht.

Viele Menschen sind nicht zufrieden.

Deshalb sagen die Menschen manchmal:

Wir arbeiten jetzt nicht mehr.

Deshalb können die Menschen in New York manchmal

nicht mit dem Bus fahren.

Und manchmal ist in den Straßen auch sehr viel Müll.

 

Es gibt aber auch schöne Dinge in dieser Zeit.

Viele Künstler kommen nach New York.

Und bestimmte Gruppen von Menschen werden immer wichtiger.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Schwarze Menschen,
  • queere Menschen,
  • Menschen aus Latein-Amerika.

Latein-Amerika ist Mittel-Amerika und Süd-Amerika.

Diese Menschen machen zum Beispiel heimlich Partys.

Und diese Menschen machen mehr eigene Kunst.
 

Das Stonewall Inn

Das Stonewall Inn ist eine queere Bar in New York.

Das Stonewall Inn hat auch Geld an Verbrecher und an die Polizei bezahlt.

Und die Polizei hat das Stonewall Inn oft überprüft.

 

Am 28. Juni 1969 ist die Polizei auch im Stonewall Inn.

Die Polizei ist erst nach Mitternacht da.

Zu dieser Zeit sind im Stonewall Inn sehr viele Menschen.

Die Polizei überprüft die Ausweise von den Menschen.

Und die Polizei verhaftet manche Menschen.

Und die Polizei schickt manche Menschen nach Hause.

Aber die Menschen gehen nicht nach Hause.

Die Menschen bleiben draußen vor dem Stonewall Inn.

 

In der Nähe vom Stonewall Inn wohnen auch viele queere Menschen.

Viele von diesen Menschen kommen zum Stonewall Inn.

So werden es immer mehr Menschen.

Am Ende sind etwa 500 Menschen vor dem Stonewall Inn.

Die Menschen vor dem Stonewall Inn wehren sich gegen die Polizei

Zuerst sagen die Menschen:

Wir gehen nicht nach Hause.

Dann werfen die Menschen Steine und Flaschen auf die Polizisten.

Außerdem stellen sich die Menschen nebeneinander und tanzen.

In der Nähe vom Stonewall Inn ist ein Frauen-Gefängnis.

Die Frauen in dem Gefängnis rufen zusammen:

gay power.

Gay power ist Englisch und bedeutet:

Queere Menschen sollen mehr Macht haben.

 

Die Polizei kann nichts gegen die Menschen tun.

Die Polizei versteckt sich im Stonewall Inn.

Eine Polizistin fragt bei anderen Polizisten nach Hilfe.

Diese Polizisten benutzen Gewalt gegen queere Menschen:

Die Polizisten schlagen die Menschen zum Beispiel.

Dann gehen die Menschen nach Hause.

 

Aber am nächsten Tag sind noch mehr Menschen beim Stonewall Inn.

Jetzt sind etwa 2.000 Menschen da.

Und am nächsten Tag sind wieder viele Menschen beim Stonewall Inn.

Das dauert insgesamt 5 Tage lang.

Was in diesen Tagen passiert ist nennt man:

Stonewall-Aufstand.
 

Mutige trans Frauen beim Stonewall-Aufstand

Zwei Frauen sind dabei besonders mutig.

Diese Frauen sind trans Frauen.

Das bedeutet:

Bei der Geburt wurde gesagt:

Die Frauen sind Jungen.

Aber die Frauen fühlen sich nicht so.

Deshalb leben die Frauen jetzt als Frauen.

Die zwei Frauen heißen:

Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera.

Die beiden Frauen haben beim Stonewall-Aufstand keine Angst vor der Polizei.

Nach dem Stonewall-Aufstand unterstützen die beiden Frauen 

ihr ganzes Leben lang queere Menschen.

Aber die beiden Frauen sind manchmal auch sehr arm.

Und die beiden Frauen haben eine Zeit lang keine Wohnung.

 

Die Zeit nach dem Stonewall-Aufstand

Viele queere Menschen haben nach dem Stonewall-Aufstand 

gemeinsame Ziele.

Deshalb treffen sich die queeren Menschen oft in Gruppen.

Ein Jahr nach dem Stonewall-Aufstand wollen die queeren Menschen 

daran erinnern.

Deshalb machen die queeren Menschen wieder eine Demonstration.

Danach gibt es jedes Jahr Demonstrationen 

für die Rechte von queeren Menschen.

 

Die Idee für die Demonstrationen ist der Aufstand beim Stonewall Inn.

Das Stonewall Inn ist in dieser Straße:

Christopher Street.

Deshalb heißen die Demonstrationen auch:

Christopher Street Day.

Die kurze Form ist:

CSD.

Der CSD in Deutschland

In Deutschland durften Männer lange Zeit nicht schwul sein.

Das fanden viele Menschen falsch.

Deshalb wurde entschieden:

Zwei Männer dürfen miteinander Sex haben.

Die Männer bekommen keine Strafe mehr.

Aber die Männer müssen ein bestimmtes Alter haben.

Nicht schwule Männer mussten zwar auch ein bestimmtes Alter für Sex haben.

Aber schwule Männer mussten für Sex älter sein als nicht schwule Männer.

Schwule Männer und nicht schwule Männer wurden also 

unterschiedlich behandelt.

 

1994 wurde dann endlich entschieden:

Zwei Männer dürfen miteinander Sex haben.

Jetzt gelten für schwule Männer die gleichen Regeln 

wie für alle anderen Menschen.

 

Außerdem hatten trans Menschen für lange Zeit keine Rechte.

Viele Menschen haben nämlich gedacht:

Trans Menschen sind verrückt.

Deshalb wurden trans Menschen oft schlecht behandelt.

Trans Menschen wurden oft angegriffen.

Und trans Menschen waren oft arm.

 

Auch in Deutschland wollten queere Menschen mehr Rechte.

Deshalb haben auch queere Menschen in Deutschland 

eine Demonstration gemacht. 

Das war der erste CSD in Deutschland.

Dieser CSD war in Berlin.

Das war 1979.

Das war 10 Jahre nach der Demonstration beim Stonewall Inn.

 

Bei dem ersten CSD in Berlin waren etwa 450 Menschen.

Seitdem gibt es jedes Jahr einen CSD.

Jetzt kommen mehr als 100 Tausend Menschen zum CSD in Berlin.

Und es gibt auch in vielen kleineren Städten einen CSD.

Wie geht es queeren Menschen heute?

Heute haben queere Menschen mehr Rechte als früher.

Aber viele Menschen unterstützen queere Menschen trotzdem nicht.

 

Es gibt in den USA eine Internet-Seite.

Auf der Internet-Seite stehen zum Beispiel die Namen von wichtigen Personen.

Diese Personen haben in der Vergangenheit wichtige Dinge gemacht.

Auf der Internet-Seite stehen auch Namen von queeren Personen.

Donald Trump hat entschieden:

Die Namen von queeren Personen sollen nicht mehr 

auf der Internet-Seite stehen.

Donald Trump ist der Präsident von den USA.

Die Regierung in den USA hat außerdem entschieden:

Trans Menschen bekommen manchmal keine Hilfe für ihre Gesundheit.

Und trans Menschen dürfen nicht selbst entscheiden:

Bin ich ein Mann oder eine Frau?

Queere Menschen in den USA haben also nicht die gleichen Rechte 

wie andere Menschen.

 

Auch in Deutschland sind manche Menschen gegen queere Menschen.

Manche Menschen greifen zum Beispiel die Menschen beim CSD an.

 

Deshalb ist wichtig:

Alle Menschen sollen queere Menschen unterstützen.

Und alle Menschen sollen zusammen halten.

 

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Übersetzt von inklusiv

Geprüft Lebenshilfe Hattingen e.V.