19. Oktober
Zweimal innerhalb eines Jahres muss Napoleon den Rückzug antreten, im „German Battle“ sind die Franzosen allerdings siegreich, ...
Eine Liste von DDB Redaktion mit 8 Objekten, erstellt: 19.10.2014, 12:05 Uhr, letzte Änderung: 20.05.2018, 07:35 Uhr
  • Der "Brückenheilige" Johannes von Nepomuk

    Skulptur
    1984: Drei Angehörige des polnischen Staatssicherheitsdienstes entführen und ermorden den katholischen Geistlichen Jerzy Popiełuszko. Der Priester war 1980 als Seelsorger der streikenden Danziger Werftarbeiter abgeordnet worden, seine Gemeinde entwickelte sich – gerade nach der Verhängung des Kriegsrechts und dem Verbot der Gewerkschaft Solidarność 1981 – zu einem Anlaufpunkt für Oppositionelle. Seine Ermordung gilt, trotz der Verurteilung der Täter in einem durch die Regierung von General Jaruzelski angestrengten Prozess, als ein Meilenstein beim Niedergang der kommunistischen Regimes in Osteuropa.
  • Terroristen-Fahndung nach Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer durch die Rote...

    21. Oktober 1977, Stadtarchiv Karlsruhe, 8/BA Schlesiger 1977 Bildarchiv Schlesiger 1977
    1977: Die Leiche von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wird gefunden. Nachdem Einheiten der GSG 9 in der Nacht zum 18. Oktober in Mogadischu Passagiere und Besatzung der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ befreit hatten, begingen die Rote-Armee-Fraktion-Anführer Bader, Ensslin und Raspe in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Damit war das Freipressen der ersten Generation der RAF unmöglich geworden und Schleyer wurde von dem RAF-Kommando, das ihn am 5. September entführt hatte, ermordet.
  • WHK 29 Nordamerikanische Kriege von 1775-1782: Plan des zu Yorktown in Virginia verschanzten...

    (1781) 1788, Hessisches Staatsarchiv Marburg, WHK Wilhelmshöher Kriegskarten
    1781: Nach zweitägigen Verhandlungen kapitulieren die britischen Truppen in der Schlacht von Yorktown. In dieser letzten großen Schlacht des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges siegte die amerikanische Kontinentalarmee unter George Washington mit Unterstützung französischer Truppen – eine hohe Anzahl von Deutschen kämpfte auf Seiten der Sieger, weshalb die Schlacht auch als „German Battle“ (Deutsche Schlacht) bekannt ist. In der Folge kam es 1783 zum Vertrag von Paris, in dem die Unabhängigkeit der damals 13 Kolonien als den Vereinigten Staaten von Amerika anerkannt wurde.
  • Karikatur des Fürsten von Bismarck, der Kopf Bismarcks zusammengesetzt aus Symbolen mit...

    Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 703 Militärhistorische Bildsammlung
    1878: Der Reichstag verabschiedet mit der Stimmenmehrheit der Konservativen und Nationalliberalen das von Reichskanzler Bismarck initiierte „Sozialistengesetz“ (Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie). Das zunächst auf zweieinhalb Jahre befristete, aber durch wiederholte Verlängerungen bis 1890 gültige Gesetz verbot Versammlungen und Druckschriften der politischen Sozialdemokratie (Sozialistische Arbeiterpartei SAP, Gewerkschaften, etc.). Durch die Stigmatisierung als „Reichsfeinde“ sahen sich zahlreiche prominente Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten genötigt, ins politische Exil zu gehen. Da Einzelpersonen weiterhin erlaubt war, für die SAP bei Reichstagswahlen zu kandidieren, führte die Solidarisierung der Arbeiterschaft als Reaktion auf das Sozialistengesetz zu zunehmenden Wahlerfolgen der Sozialdemokratie und zum Gegenteil des von Bismarck Bezweckten.
  • Beschreibung der kriegerischen Ereignisse in und um Leipzig vom 13. bis zum 19. Oktober 1813

    1813: Der am Vortag begonnene Rückzug der Franzosen nach und durch Leipzig (s. DDB-Kalenderblatt vom 18. Oktober) beschleunigt und verwandelt sich in ein Chaos, als sich die Morgennebel lichten und die alliierten Truppen nachrücken. In diesem Augenzeugenbericht heißt es ab Seite 11: „Nun nahm die Retirade der Franzosen, die schon den Tag zuvor und die Nacht durch außerhalb Leipzig begonnen hatte, völlig überhand. Kurz vor 11 Uhr gieng Napoleon selbst nebst dem König von Neapel sich zurückziehend durch die Stadt, wollte zum Rammstädter Thore hinaus, wo er aber nicht konnte, er kehrte daher wieder um, und nahm seinen Weg durch Reichels Garten.“ Gegen Mittag zogen die siegreichen Verbündeten in Leipzig ein: „... so mußten die Preußen und Russen dreimal Sturm auf Leipzig laufen. Erst das drittemal gegen 1 Uhr gelang es ihnen einzudringen ...“ und werden von der Bevölkerung begeistert begrüßt: „Euch das Jubelgeschrei und Hurrah rufen der Einwohner Leipzigs zu schildern, welches so laut zum Himmel stieg, dass man darüber nicht einen Schuß mehr der immer noch fortdauernden Kannonade hörte, bin ich nicht im Stande.“
  • Dürkheim: Taufe des Weinzugs durch die Deutsche Weinkönigin

    20. Januar 1983, Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg, W 134 (Filmegative II) Sammlung Willy Pragher I: Filmnegative II, Bildordner 311-787
    1935: Zur Ankurbelung von Tourismus und Weinabsatz wird in Bad Dürkheim die Deutsche Weinstraße eröffnet.
  • Die Einweihung der Michaeliskirche am 19. Oktober 1912: Festschrift und Festprogramm

    [Hamburg?], 1912
    1912: Der Hamburger Michel wird zum dritten Mal eingeweiht. Zwei vorangegangene Bauten der bedeutendsten Barockkirche Norddeutschlands waren 1750 und 1906 jeweils durch Brände vernichtet worden. Beim dritten Bau wird die innere Holzkonstruktion durch eine aus Stahl und Beton ersetzt, die sogar den Zweiten Weltkrieg überleben wird.
  • 'Abzug von Moskau' Tor von Kaluga; Aquarell; Rückseitenvermerk: 'nach Faber'

    Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 56 Nachlass Familie von Martens
    1812: Nachdem tags zuvor russische Truppen bei Winkowo die französische Kavallerie-Vorhut unter Murat überrannt hatten, ordnet Napoleon die Evakuierung der Grande Armée aus Moskau an. Dort hatte er aus Sorge um die politische Wirkung eines Rückzugs länger ausgeharrt, als aus militärtaktischen Gründen sinnvoll gewesen wäre. Warnungen vor dem harten russischen Winter ignorierte der Kaiser, das schöne Wetter Anfang Oktober schien ihm Recht zu geben, bis am 13. der erste Schnee fiel. Während die aus Moskau geflohenen Russen kontinuierlich an Truppenstärke zulegten, litten die außerhalb Moskaus stationierten französischen Einheiten unter der schlechten Versorgungslage, wogegen die in Moskau untergebrachten Franzosen an Pelzen, Kaschmirtüchern, Gold und Schmuck zusammenrafften, was sie tragen konnten. Für alles, was nicht getragen konnte, wurden Packtiere und zivile Kutschen requiriert. So bewegte sich am 19. Oktober ein Tross von 95.000 Soldaten mit geschätzt 15 bis 40 Tausend nichtmilitärischen Fahrzeugen und 50.000 Zivilisten aus den Toren Moskaus, in dem jeder eher darum besorgt war, die eigenen Schätze nach Westen zu bringen, als sich Gedanken um die nächste Schlacht zu machen. Kürassier-Offizier Adrien de Mailly beschreibt die Szene in seinem Tagebuch: „Das war nicht mehr die Armee Napoleons, sondern die des persischen Darius, der von einem großen Raubzug heimkehrte, mehr lukrativ als glorreich.“ Mittendrin der württembergische Leutnant Christian von Martens, dessen mit vielen Aquarellen wie diesem illustrierte Tagebücher sich im Original im Hauptstaatsarchiv Stuttgart befinden – hier lohnt es sich, die ausführliche Beschreibung des Nachlasses zu lesen, die am Fuß der Seite unter „Verbundene Objekte“ verlinkt ist. Einen Scan der gedruckten Ausgabe von 1862 aus dem Bestand der Bayrischen Staatsbibliothek finden Sie ebenfalls in der DDB.

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